Aktion 100 000: Fünf Kinder, davon zwei im Rollstuhl: Ohne Van geht’s kaum

Von den fünf Kindern der Familie D. sind zwei auf den Rollstuhl angewiesen.
Symbolfoto: ©alexeisido/shutterstock.comNichts scheint Antonia D. (alle Namen geändert) aus der Ruhe bringen zu können. Wie ein Fels in der Brandung sitzt die 36-Jährige mit dem neun Monate alten Baby Moritz im Arm am Küchentisch. Der vierjährige Felix flitzt durch die Wohnung und kommt gefühlt alle paar Sekunden mit einem anderen Gegenstand, den er unbedingt vorführen muss.
Jonas (11) und Annika (8) brauchen einen Rollstuhl
Sein Bruder Jonas (11) sitzt am Boden und beobachtet das Geschehen um ihn herum, seine jüngere Schwester Annika (8) sitzt friedlich auf dem Schoß der Familienhelferin Corinna Heilemann vom ASB Ulm. Sie und ihre Kollegin kommen jede Woche ein paar Stunden ins Haus und unterstützen die Familie bei vielen Fragen im Alltag. Der ist bisweilen recht turbulent – nicht nur wenn Felix durch die Räume wirbelt. Er ist hyperaktiv und benötigt ständige Aufsicht.
Annika ist sehr zart und wirkt fast zerbrechlich. Wie Jonas ist sie von Geburt an sehr schwer geistig und körperlich behindert. Beide können nicht ohne Hilfe stehen und sind auf den Rollstuhl angewiesen. Dafür und für andere Hilfsmittel wie Gehwagen ist die Vier-Zimmer-Wohnung zu verwinkelt und zu eng. Eine ausreichend große barrierefreie Wohnung zu finden, hält Peter D. für utopisch: Eine bezahlbare Wohnung und dazu noch ein Vermieter, der fünf Kinder toleriert? Peter D. schüttelt den Kopf. Das gibt es seiner Erfahrung nach nicht. Er hat früher für ein Umzugsunternehmen gearbeitet, sei aber wegen Rückenproblemen „auf längere Sicht nicht arbeitsfähig“. Das bestätigt Teilhabeberaterin Steffi Schulz-Knirlberger von der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) Ulm.
Aus Platzmangel teilen sich die Eltern eine Couch
Wegen der Schmerzen fällt es ihm schwer, die Kinder aus den Rollstühlen zu heben und größere Strecken zu tragen. So bleibt vieles an der Mutter hängen. Die kann selten eine Nacht durchschlafen auf der Wohnzimmer-Couch, die sie sich mit ihrem Mann teilt. Meist meldet sich eines der Kinder, braucht eine frische Windel, etwas zu trinken oder einfach nur Zuwendung.
Für Rollstühle und Kinderwagen ist das Familienauto zu klein
Früher habe die Familie öfter mal Ausflüge gemacht, erzählt Peter D. Das sei nun nicht mehr möglich, da in die aktuelle „Familienkutsche“, einen VW Touran, zwar sieben Personen hineinpassen, aber nicht die Kinderwagen und Rollstühle. Hinzu kommt, dass Jonas und Annika, wenn sie wachsen und schwerer werden, nicht mehr auf normalen Sitzen transportiert werden können.
Fahrten zu Arzt- und Therapieterminen mit Jonas und Annika stellten bereits jetzt eine „große logistische Herausforderung“ dar, so die Teilhabeberaterin: Da beide Kinder im Rollstuhl sitzen, müssten Mutter und Vater sie begleiten – und die Geschwister ebenfalls mitnehmen. „Und die Fahrten zu den Therapiestunden werden immer mehr und immer wichtiger“, betont Corinna Heilemann.
Nur ein Zuschuss kann gemeinsame Mobilität ermöglichen
Von den monatlichen Einkünften, die sich aus Eltern-, Kinder- und Arbeitslosengeld II zusammensetzen, kann die Familie den Alltag und Lebensunterhalt gerade finanzieren. Für spezielle Hilfen für die behinderten Kinder kommt Pflegegeld hinzu. Allerdings sei es angesichts der notwendigen Ausgaben nicht möglich, etwas auf die hohe Kante zu legen und für ein Auto zu sparen, das auch die beiden schwer eingeschränkten Kinder nutzen können. Daher wäre die Familie sehr froh über einen Zuschuss zu einem geräumigen und behindertengerechten Fahrzeug.
Konkret helfen Wer Familie D. unterstützen möchte, notiert auf der Überweisung unter Verwendungszweck „Familie D.“.