Katharina S. hat Hühnersuppe gekocht. Viel Gemüse aus dem Tafelladen und ein Huhn geben eine kräftige Brühe und die Grundlage für etliche Mahlzeiten. Die Mutter von vier Jungs zwischen drei und zehn Jahren achtet auf gesunde Ernährung. Darauf legt sie Wert, auch wenn das Geld stets knapp ist. „Am Monatsende wird´s besonders unangenehm“, sagt die 38-Jährige.

Obwohl im Sparen geübt, wird der Einkauf zum Problem

Ihre Erfahrung bestätigt die Devise, die sie zeitlebens begleitet: „Du musst dir alles erarbeiten.“ Doch das wird zunehmend erschwert durch Inflation und steigende Preise. Wenn Lebensmittel plötzlich 30 Prozent mehr kosten als zuvor, wird der Einkauf für eine sechsköpfige Familie auch und besonders dann zum Problem, wenn sie notgedrungen gewohnt ist zu sparen. Zum Glück, so Katharina S., „machen die Kinder mit.“
Der Einkaufszettel wird gemeinsam besprochen. So gab und gibt es im Laden „nie Theater“ wegen unerfüllter Wünsche. Katharina S. liebt es, Listen zu erstellen: Wann und wo ist was günstig, und was brauchen wir? So hat sie auch gründlich recherchiert und Listen erstellt bei der Suche nach einem geeigneten Wohnort. Aufgewachsen ist sie auf Sylt, zur Ausbildung als Ergotherapeutin zog sie nach Kiel, wo sie auch erste Berufserfahrung sammelte.

Bereits wegen des Geldes von Sylt nach Ulm gezogen

Mit „der Liebe ihres Lebens“ kehrte sie zurück auf die Insel und musste feststellen, „dass wir nicht mehr an meine Familie andocken konnten“. Hinzu kamen immense Mietpreise, sodass sie und ihr Mann die Reißleine zogen. Bei ihrer Suche nach einer familien- und kinderfreundlichen Gegend sei sie immer wieder auf Ulm gestoßen. Sie schauten sich die Stadt an. „Es hat sofort gefunkt“, erzählt Katharina S. Sehr angetan ist sie von der Ulmer Heimstätte, bei der sie eine Wohnung fand. „Ein fairer Vermieter“, lobt sie.

Gehalt der Eltern ist zu gering, um Familie zu versorgen

Dennoch reicht das Einkommen ihres Mannes, der als Mediengestalter arbeitet, zusammen mit dem Lohn aus ihren Mini-Jobs gerade für Lebensmittel und Fixkosten, darunter die Raten für einen Kredit, den sie zur Finanzierung ihrer Ausbildungskosten und für die erste Wohnungseinrichtung auf Sylt aufgenommen hatte. . Außerdem habe sich die Familie vor ein paar Jahren für ein paar tausend Euro ein gebrauchtes Auto geleistet. Die Ausflüge zum Schwimmen oder Basketball aber sind längst gestrichen.

Nächster Einsparschritt: Das Auto muss weg

Angesichts der Spritpreise werde ihr ganz schwindlig. Obwohl sie weiß, um welche Uhrzeit das Benzin am günstigsten ist, kann sie es sich selten leisten, den Tank zu füllen. Das Fahrzeug steht daher meist in der Tiefgarage – neben vielen Autos ohne Nummernschild und leeren Stellplätzen. Denn den Nachbarn gehe es ja genauso wie ihrer Familie. Es sei wohl nur eine Frage der Zeit, dass auch sie das Auto abmelden müsse.

Viel weniger Energie verbraucht und trotzdem höhere Rechnung

Ohnehin treiben ihr die Energiepreise die Sorgenfalten auf die Stirn. Obwohl Eltern und Kinder 1000 Kilowattstunden weniger verbraucht haben als im Jahr zuvor, müssen sie monatlich 70 Euro mehr zahlen. Dabei haben sie jede zweite Glühbirne ausgedreht, noch nie Geräte auf Standby geschaltet und die Sicherung für den Boiler ausgedreht, damit niemand aus Versehen unnütz warmes Wasser bereitet. Der Trockner bleibt aus, was bei Wäsche für sechs Leute durchaus Logistik erfordert: 24 Stunden hängen die gewaschenen Kleidungsstücke auf dem Balkon, danach werden sie weitere 24 Stunden im Zimmer fertig getrocknet.

Eltern verzichten oft zugunsten der Kinder

Das alles erschwert den Alltag der vierfachen Mutter, die aber hofft, von Februar an eine besser bezahlte, feste Stelle zu bekommen. Doch auf den ersten Urlaub mit der Familie werde sie noch lange warten müssen, fürchtet sie.
Die Eltern verzichteten sowieso auf Vieles, damit die Kinder die Geldnot nicht allzu sehr spürten. Mal auszugehen, auf dem Wochenmarkt oder beim Metzger einzukaufen – daran ist derzeit nicht zu denken. Stattdessen kauft Katharina S. im Tafelladen. Das entspannt den Geldbeutel etwas. Aber es fällt ihr schwer. Denn dort sehe sie, dass es anderen noch schlechter geht. Und sie wolle ja niemandem etwas wegnehmen.

Gezielte Unterstützung für Familie S.

Direkte Hilfe Wer Familie S. das Leben erleichtern will, vermerkt auf seiner Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Familie S.“.
Kontonummer bei der Volksbank Ulm-Biberach: IBAN DE79 6309 0100 0002 3640 18; bei der Sparkasse Ulm: IBAN DE47 6305 0000 0000 1000 03 oder bei der BW-Bank: IBAN DE05 6005 0101 7439 5013 93.