Aktion 100 000
: Extra-Hilfe in Corona-Zeiten unterstützen

Helfen wird in der Pandemie umfangreicher und komplizierter. Die Caritas braucht zum Beispiel zusätzlich Geld für Desinfektionsmittel und Trennscheiben für Beratungsgespräche.
Von
Birgit Eberle
Ulm
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Desinifizieren gehört zum Alltag in der Pandemie. Es verursacht jede Menge Kosten.

Birgit Eberle

Covid-19 macht sozialen Einrichtungen immer mehr zu schaffen: Sie müssen nicht nur ihre Arbeitsweise anpassen (etwa größere Räume für Gruppenangebote anmieten, Trennscheiben für Einzelberatungen anschaffen, Desinfektionsmaterial, Schutzausrüstung kaufen etc.), sie haben es auch mit einer wachsenden Zahl an Ratsuchenden zu tun. „Durch die Corona-Krise sind zahlreiche Menschen in existenzielle und sozial-psychologische Notlagen geraten. Viele von ihnen waren seither im Hilfesystem nicht präsent, weder im Bezug von Transferleistungen, noch als Ratsuchende in sozialen oder psychologischen Fragestellungen“, schildert Bernhard Brem, Leiter der Sozial- und Arbeitslosenberatung der Caritas Ulm in seinem Spendenantrag an die Aktion 100 000 die Situation. Und spricht auch gleich die Lösung an: „Unsere Projekte und Angebote sind dabei der Türöffner zu einem ausdifferenzierten und vernetzten Hilfesystem.“ Das Ziel der Caritas sei, einer Verschlechterung der Lebenssituation entgegenzuwirken. Damit könne man zugleich langwierige soziale Schwierigkeiten vermeiden.

Nähwerkstatt stößt Hilfe an

Die Pandemie trifft diejenigen, die es sowieso schon besonders schwer haben, doppelt hart. Und so ist es wichtig, dass zum Beispiel Geflüchtete aufgefangen werden. Ein Projekt, das Frauen mit Fluchterfahrung – aber auch Frauen aus Ulm und drumherum – aus der Isolation holen will, ist die Nähwerkstatt. Bisher ausschließlich in der Gemeinschaftsunterkunft im Stadtteil Eselsberg eingerichtet, soll sie eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und sprachliche sowie berufliche Orientierung und Weiterentwicklung ermöglichen. Neben einer offenen Nähwerkstatt sind angeleitete Nähkurse im Angebot. Außerdem werden bei der Gelegenheit auch Praktika, Arbeit und spezielle Beratung vermittelt. Sprachkurse, die vor der Näharbeit stattfinden, runden die Förderung ab. Damit das Projekt besonders wirkt, ist geplant, die Nähwerkstatt auch in weiteren Stadtteilen anzubieten. Doch das kostet, weil zum Beispiel für die Nähstunden Räume angemietet werden müssen.

Info Wer die Caritas Ulm-Alb-Donau gerade während der Corona-Krise stärken will, vermerkt auf der Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Caritas“.