Eigentlich käme Manuel M. (Name geändert) im Alltag ganz gut zurecht. Wenn bloß seine Arme nicht so weh täten. Chronische Schmerzen haben schon manchen Plan im Leben des heute 32-Jährigen zunichte gemacht. Seit seinem fünften Lebensjahr ist er auf den Rollstuhl angewiesen.
Ein Sturz beim Fußballspielen hatte fatale Folgen. „Zuerst hab´ ich noch weitergespielt“, erinnert sich Manuel M. Vor der Haustür sei er aber zusammengebrochen und kann bis heute nicht mehr laufen.

Sportunfall verursacht Lähmung

Es sollte drei Jahre dauern, bis „im achten Krankenhaus“ schließlich die Ursache gefunden wurde: Beim Sportunfall hatte sich ein Stein ins Rückenmark gebohrt, eine Blutung und schließlich die Lähmung verschuldet. „Hätte man das gleich festgestellt, könnte ich heute normal laufen“, sagt Manuel M. Eine leichte Bitterkeit ist aus seiner Stimme herauszuhören. Denn die Zeit danach war alles andere als einfach für den Jungen, der bis zur sechsten Klasse die Regelschule und dann eine Körperbehindertenschule besuchte.
Doch sein Vater kam nicht mit der Behinderung des Kindes zurecht, es gab oft Streit und Prügel. Die Mutter ließ sich scheiden, als Manuel 15 Jahre alt war. „Aus Mitleid“ und Angst, dass sich der Vater etwas antun könnte, zog der Sohn zu ihm. „Wir hatten ein schönes Jahr“, sagt M. Doch als die neue Freundin des Vaters in die Wohnung zog, begannen die Gewalttätigkeiten von Neuem und trieben den 17-jährigen Jugendlichen aus dem Haus.

Schulden und Depressionen

Er sei aber völlig überfordert gewesen, sein Leben allein auf die Reihe zu bekommen, sagt er im Rückblick. Er geriet an falsche Freunde, machte Schulden, bekam Depressionen. Trotzdem schaffte er den Realschulabschluss. Die Ausbildung zum Bürokaufmann dagegen brach er wegen chronischer Schmerzen nach zwei Jahren ab. Sein Training als Leistungsschwimmer und den Traum von der Paralympics-Teilnahme gab er ebenfalls auf. Er geht aber immer noch gerne ins Hallenbad, wenn es die Schmerzen zulassen.
Mittlerweile habe er „starke Überlastungserscheinungen in beiden Armen und entzündete Bizepssehnen“, berichtet er. Um sie zu schonen, vermeide er es, das Haus zu verlassen. Das wiederum belaste ihn psychisch enorm. „Ich wünsche mir sehr, mich wieder selbstständig und ohne Schmerzen fortbewegen zu können“, sagt der aus Thüringen stammende Wahl-Ulmer. Dazu benötige er ein E-Handbike, das er an seinen Rollstuhl koppeln kann. So könnte er auch dabei sein, wenn seine Freunde durch die Natur streifen oder eine Fahrradtour unternehmen.

Krankenkasse bewilligt E-Handbike nicht

Das E-Handbike zahle die Krankenkasse nicht, sie habe ihm stattdessen einen E-Rolli angeboten. Doch der bringe ihm nicht die Selbstständigkeit, die er sich wünscht. Denn der sei sperrig, passe nicht ins Auto seiner Freunde, und werde auch nicht mit jedem öffentlichen Verkehrsmittel transportiert.
Das elektrische Handbike dagegen erlaube es ihm, auch mal spontan mit den Freunden wegzufahren, „vielleicht sogar zu einer mehrtägigen Radtour“, meint er und fügt hinzu: „Ich wäre überglücklich, wenn mir die Aktion 100 000 den Wunsch erfüllen könnte.“        

Direkte Hilfe für Manuel M.

Gezielte Unterstützung Wer einen Zuschuss zum speziellen Handbike von Manuel M. geben möchte, vermerkt auf der Überweisung unter Verwendungszweck das Stichwort „Manuel M.“.