Wenn die Not hereinbricht, darf die Hilfe keine Pause machen. Angesichts der vielen Ukraine-Flüchtlinge, die mit wenigen Habseligkeiten in unserer Region ankommen, ist das Team der Aktion 100 000 und Ulmer helft auch außerhalb der Spendensaison  voll im Einsatz. Und die Hilfsbereitschaft ist groß. Sagenhafte 20 000 Euro kamen von der Tupperware Bezirkshandlung Schwandt, die für den Bereich Ulm, Augsburg bis zum Bodensee zuständig ist. Das Geld stammt aus dem Sonderverkauf eines Schüttelbechers. „Die Aktion 100 000 ist eine gute Sache. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, über sie die Ukraineflüchtlinge zu unterstützen“, sagt Daniel Schwandt bei der symbolischen Spendenübergabe im Tupperware Popup-Store in der Neu-Ulmer Glacis-Galerie.
Auch vor den Toren der Donaudoppelstadt wollen die Menschen helfen. So hat die VR-Bank Neu-Ulm runde 10 000 Euro für die Aktion 100 000 freigegeben. Spendenübergabe war im Fuggerstädtchen Weißenhorn.  „Wir haben das gemacht, was wir als Bank tun können: spenden“, brachte es Steffen Fromm, Vorstand der VR-Bank Neu-Ulm auf den Punkt.
Viele Spendeninitiativen gibt es auch in Schulen. So haben etwa die Grundschule Neu-Ulm Stadtmitte, die Friedrich-von-Bodelschwingh Schule Böfingen und die Valckenburgschule geholfen. Die Anna-Essinger-Realschule veranstaltete einen Spendenlauf, den Eltern, Tanten, Onkel, Vereine und Firmen finanzierten.  Dabei kamen stolze 6000 Euro zusammen. Falls Schulen weiterhin aktiv sein wollen: Bitte bei Moritz Führle (0731) 156-201 melden.
„Die Notwendigkeit zu helfen ist wichtig und hat in unserer Region eine besondere Bedeutung“, nennt  Aktion 100 000-Leiter Karl Bacherle den Grund für das enorme Engagement. Aus der Tradition des Helfens heraus hätten die Menschen in Ulm, Neu-Ulm und den angrenzenden Landkreisen viele Ukrainerinnen samt Kindern willkommen heißen können. Offiziell sind insgesamt rund 3700 Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet registriert. Da manche jedoch bei Verwandten und Freunden unterkommen, ist diese Zahl nur ein sehr  grober Anhaltspunkt.

70 000 Euro für Gutscheine ausgeschüttet

„Aus der regionalen Willkommenskultur heraus konnte auch bei dieser Katastrophe ein Netz mit der Aktion 100 000 gespannt werden“, berichtet Bacherle. Weil die Spenden unglaublich zahlreich und oft auch sehr hoch seien, habe er bereits 70 000 Euro in Gutscheine für Lebensmittel und Drogerieartikel investieren können. Gemeinsam mit Moritz Führle, der bei der Aktion 100 000 ein Freiwilliges Soziales Jahr leistet, brachte er die Gutscheine und auch Willkommenstaschen mit dem Allernötigsten bei den Flüchtlingen vorbei. Anlaufstellen waren etwa der regelmäßige Treff der Ukraine-Flüchtlinge in der Neu-Ulmer Friedenskirche sowie Treffs des Roten Kreuzes in Wiblingen, im Café Jam beim Münster und im Blautal-Center.
Selbstverständlich wurden auch die Gemeinschaftseinrichtungen für Flüchtlinge in der Römerstraße und am Mähringer Weg berücksichtigt. Damit die Frauen und Kinder etwas Privatsphäre haben, stellte die Aktion 100 000 Geld z.B. für Trennwände und Gardinen zur Verfügung. Derzeit ist Karl Bacherle mit der Stadt Ulm im Gespräch, um eine Ukrainerin fünf Monate lang als geringfügig Beschäftigte in der Flüchtlingsarbeit zu finanzieren. Die Hilfe untereinander sei wichtig: „Viele Ukrainerinnen, die schon lange in Deutschland sind, helfen mit und unterstützen bei der seriösen Arbeitsvermittlung.“

Überwältigende Dankbarkeit

„Die Dankbarkeit, die einem entgegenschlägt, ist überwältigend“, meint der Aktionschef. Er erzählt von einem 14-jähriger Schüler, dessen Vater mitten im Krieg ist. Der Junge habe sich wahnsinnig darüber gefreut, dass er sich mit einem Gutschein Utensilien für seinen Computer hat kaufen können, um weiterhin den Online-Unterricht in seiner Heimat zu verfolgen.

Für ein möglichst angenehmes Quartier

Leben und Wohnen Gemeinschaftsunterkünfte sind rein zweckmäßig. Damit die Frauen und Kinder in den Unterkünften am Mähringer Weg und in der Römerstraße etwas Privatsphäre haben, hat die Aktion 100 000 Geld z.B. für Trennwände und Gardinen zur Verfügung gestellt.