Advent in Wiblingen: Weihnachtsdorf mit Chorgesang und Eisenbahn
Die lebendige Krippe war so lebhaft, dass zwei Schafe gleich mal ausbüxten und für Erheiterung sorgten bei den ersten Besuchern des 3. Wiblinger Weihnachtsdorfes. Seit Freitag, 15. Dezember, — und noch bis Sonntag, 17. Dezember — haben die 28 Stände geöffnet in einem Ambiente, das nur wenige Weihnachtsmärkte in der Region zu bieten haben: mit Lichterketten geschmückte Klostergebäude.
Denn im Brau– und im Remisenhof, zwei Nebenhöfen des Wiblinger Klosterhofes, lässt es sich gut verweilen bei Glühwein, Glühmost, Orangen–Punsch oder Bratapfeltee. Das ältere Ehepaar Ricarda und Karl Vollprecht aus Neu–Ulm kennt den Ulmer Weihnachtsmarkt bereits und genoss jetzt, dass das Weihnachtsdorf „viel gemütlicher und nicht so überlaufen ist“, sagte Ricarda Vollprecht. Aber auch die Jugend freute sich „über viel mehr Platz und das überraschend große Essensangebot“, lobte die 20–jährige Luisa Fünfgeld aus Wiblingen.
In der Almhütte aufwärmen oder Socken kaufen
In der Tat können die Gäste beispielsweise wählen zwischen Schupfnudeln, Kassler, ungarischem Langos und Schmalzbrot. Wem es draußen zu kalt wird, kann sich in den beiden Almhütten aufwärmen — oder bunte Socken kaufen. Denn an den Ständen diverser Wiblinger Vereine und Kirchengemeinden gibt es außer Speisen und Getränken viel Selbstgebasteltes wie gedrechselte Flaschenöffner, Glitzerschwimmringe für Teelichter, gehäkelte Topflappen, handbemalte Tassen sowie Christbaumschmuck.
Das Weihnachtsdorf soll „ein gemütlicher Treffpunkt zum Advent“ sein, sagte Burkhard Siemoneit, der erste Vorsitzende des Stadtteilvereins Phoenix. Dieser Dachverband für alle Wiblinger Vereine ist seit 2019 Veranstalter des Weihnachtsdorfes. Nach einer Coronapause fand er dann ab 2022 wieder statt. Inzwischen gibt es einen eigenen Stromanschluss im Remisenhof und Unterhaltung für Kinder: Im „Schloßstall“ kann gebastelt werden, und der örtliche Reit– und Fahrverein bietet Ponyreiten an.
Lok mit Waggons im kleinen Oval
Es gibt eine Eisenbahn mit einer Lok und Waggons im kleinen Oval. Dort können die Kinder ihre Runden drehen. Und noch etwas ist anders als in Ulm: Es gibt musikalische Unterhaltung. Am Freitag spielte der Wiblinger Musikverein und in der nahen Basilika wurde zum Orgelspiel eingeladen.
Apropos Basilika: Dort werde der schlecht entwickelte und astweise dürre Weihnachtsbaum, den die Wiblinger Wählergemeinschaft vom Wiblinger „Pranger“ verbannt hatte, nun — hübsch geschmückt — so viel gelobt, dass bald der Schnaps ausgehe, spaßte der katholische Dekan Ulrich Kloos. Er war ins Weihnachtsdorf gekommen, um die lebendige Krippe zu segnen. Denn die Schafe konnten natürlich wieder eingefangen werden.
Das Programm am Sonntag, 17. Dezember
Am Sonntag, 17. Dezember, sind die Stände von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Um 13 Uhr singt der Gesangverein Gemütlichkeit, ab 16 Uhr die Klostermusikanten, um 17 Uhr beginnt ein Adventssingen in der Basilika. An beiden Tagen bietet der Reit– und Fahrverein Wiblingen Ponyreiten an, jeweils von 15 bis 16 Uhr, und im „Schloßstall“ können Kinder am Sonntag von 13 bis 17 Uhr basteln. Der Eintritt zum Weihnachtsdorf samt Musik und Gesang ist frei.



