Abzocke an der Haustür
: Vorsicht! Falsche Energieberater in Ulm unterwegs

Die Betrüger sagen, sie kommen von RheinEnergie und wollen an persönliche Daten. Verbraucherschützer warnen vor Abzocke.
Von
Magdi Aboul-Kheir
Ulm
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Als vermeintliche Polizisten versuchen Trickbetrüger am Telefon vor allem ältere Menschen auszurauben.

ARCHIV - 06.03.2018, Baden-Württemberg, Mühlacker: Eine Seniorin telefoniert mit ihrem Smartphone. (zu dpa "Enkeltrick-Betrügereien hatten 2019 erneut Konjunktur") Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Trickbetrüger nützen oft die Gutgläubigkeit der Menschen aus.

Sebastian Gollnow/dpa
  • In Ulm geben sich Betrüger als RheinEnergie-Mitarbeiter aus und fordern Stromrechnungen ein.
  • Täter nutzen gefälschte Ausweise und Kleidung, um an persönliche Daten und Zählernummern zu gelangen.
  • Ziel: Mit gestohlenen Daten neue Stromverträge abschließen und Provisionen kassieren.
  • RheinEnergie bestätigt, dass keine echten Mitarbeiter in Ulm im Einsatz sind.
  • Polizei und Verbraucherschützer warnen vor Haustürgeschäften und raten zu besonderer Vorsicht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie gehen von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung, wollen Stromrechnungen sehen und schauen, „was man da noch machen kann“. In Ulm und Umgebung sind derzeit falsche Mitarbeiter des Unternehmens Rhein Energie unterwegs.

„Ein Mann hat gegen 18 Uhr bei uns geklingelt“, erzählt eine Frau, die in der Donaustraße wohnt. „Er hat gesagt, er sei von Rhein Energie und bräuchte unsere Jahresabrechnung vom Strom. Wir sind bei einem anderen Stromanbieter und waren verwirrt. Er meinte dann, er klingelt erstmal noch bei den anderen Hausbewohnern, in der Zeit könnten wir die Abrechnung raussuchen.“

Auf Google habe sie dann schnell Warnungen gefunden und sofort den anderen Hausbewohnern in der Haus-WhatsApp-Gruppe geschrieben, sie sollen keine Daten rausgeben. „Da sind auch Teenager darunter gewesen, die alleine daheim waren.“

Der Mann habe erneut geklingelt, „und wir haben gesagt, er soll das Haus verlassen“. Er hatte ein Tablet in der Hand, einen Dienstausweis vor der Brust hängen und sei dann in die Nachbarschaft weitergezogen.

Unternehmenssprecher: Wir sind nicht in Ulm unterwegs

„Dass es sich um Mitarbeiter unseres Unternehmens handelt, kann ich ausschließen“, sagt Christoph Preuß, Pressesprecher von Rhein Energie, auf Anfrage. „Wir haben auch gar keinen Standort in Ulm, wir sind im Rheinland beheimatet.“

Er vermute, „dass dort Mitarbeiter einer Vertriebsfirma aktiv sind. Leider erlebt man immer wieder, dass beim Vertrieb von Energieverträgen mitunter die Außendienstler mit ,Geschichten‘ aufwarten, um ihre Verträge zu verkaufen“. Es sei aber schwierig, gegen solche Maschen vorzugehen, sagt Preuß. Sein Rat: „Man sollte sich stets einen Ausweis zeigen lassen und grundsätzlich bei jeder Art von Haustürgeschäft vorsichtig sein.“

Doch was steckt hinter dem Vorgang? Das erläutert die Verbraucherzentrale: Betrüger versuchen auf diese Weise, an die Zählernummer und im Gespräch an Daten wie die Bankverbindungen zu kommen. Am Ende soll alles noch mit einer Unterschrift bestätigt werden. Manche Täter treten dabei professionell mit gefälschten Ausweisen und Firmenkleidung auf.

Mit den gesammelten Daten schlössen die Betrüger dann einen neuen Stromvertrag ab, ohne dass der Geschädigte etwas davon wisse. Den Tätern gehe es darum, Provisionen von Stromanbietern zu kassieren.

Bei der Polizei Ulm ist derzeit zwar nicht bekannt, „dass es gehäuft zu Betrugsfällen/Diebstählen kommt, wo sich Unbekannte als Mitarbeiter von irgendwelchen Energieunternehmen ausgeben“. Allerdings sei die Masche, dass Trickbetrüger und Trickdiebe versuchen, in Haushalte zu gelangen, seit Jahren bekannt.

Dabei komme es auch regelmäßig vor, dass sich manche als Mitarbeitende von seriösen Firmen ausgebe. Das Ziel sei immer das gleiche: die Unterschrift unter einen Vertrag zu bekommen. Daher solle man bei „Haustürgeschäften“ immer besonders vorsichtig sein. Die Polizei gibt Tipps zum richtigen Verhalten.