Car-Freitag in Ulm: Polizei will Autoposer ausbremsen

Polizisten kontrollieren ein Auto, das von einer Verkehrskontrolle am sogenannten Car-Freitag herausgezogen wurde. (Archivbild)
Felix Kästle/dpaEin Buchstabe verändert einiges: Während gläubige Christen den Karfreitag vegan und ohne Tanz zelebrieren, frönen PS-Liebhaber am sogenannten „Car-Freitag“ ihrer Leidenschaft für schnelle, laute Fahrzeuge. Auch in Ulm treffen sich traditionell Anhänger der Autoposer-Szene. Die Polizei in Ulm und Neu-Ulm zeigt sich vorbereitet.
Was Auto-Poser am „Car-Freitag“
Bundesweit verabreden sich am Karfreitag vor allem sogenannte Autoposer traditionell an szenetypischen Orten und präsentieren ihre aufgemotzten Fahrzeuge. Da lässt dann der eine seinen auf über 300 PS aufgemotzten Sportwagen aufheulen, ein anderer dreht mit driftenden Hinterreifen seine Runden. Hier lässt sich ein Motorradfahrer auf dem Hinterrad fahrend filmen, dort quietscht ein Fahrer mit den Reifen an der roten Ampel. Oft war es nach den dunklen Wintertagen der Saisonauftakt für die Motor-Liebhaber. Allerdings fällt dieses Jahr der Karfreitag noch in den März, weshalb wohl einige Motorradfahrer noch keine Saisonzulassung haben.
Verfolgungsjagden in Ulm
In den vergangenen Jahren kam es auch in Ulm immer wieder zu heiklen Szenen: 2023 lieferte sich dem Polizeibericht zufolge ein BMW-Fahrer in Eislingen ein illegales Straßenrennen mit der Polizei, ein anderer war mit selbstgebautem Auspuff und Phantasie-Plakette unterwegs. Im Corona-Jahr 2021 feierten Autofans laute Partys auf Parkplätzen, veranlassten die Polizei zu Verfolgungsjagden und cruisten lautstark um den Altstadtring. Ex-Oberbürgermeister Gunter Czisch sprach von „testosterongesteuertem Balzverhalten“.
Maßnahmen der Polizei
Im Vergleich zu Corona-Zeiten hat sich die Situation wieder ein bisschen beruhigt. Die Ulmer Polizei setzt speziell geschulte Poser-Beauftragte ein. Zudem gibt es ein Maßnahmen-Paket, das je nach Einzelfall mündliche Verwarnungen, Bußgelder oder gar die Stilllegung des Fahrzeugs vorsieht.
„Die Polizei führt gezielt Kontrollen zur Sicherheit durch“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm auf Anfrage. Details, wann und wo die Kontrollen stattfinden, nannte er aus naheliegenden Gründen nicht.
Die Polizei Neu-Ulm startete bereits im Vorfeld mit vermehrten Kontrollen und werde sie über das gesamte Osterwochenende fortführen. Ob es diesen Karfreitag wieder ein großes Aufkommen an Autoposern geben werde, sei dem Polizeisprecher zufolge dahingestellt. Er sagt: „Manche Saisonkennzeichen beginnen erst im April, außerdem ist das Wetter noch nicht so schön.“
Hilfreich seien der Polizei Ulm zufolge Zeugenhinweise: Wer Auffälligkeiten wie manipulierte Fahrzeuge und unnötigen Lärm wahrnimmt, könne sich direkt bei den Polizeirevieren melden. Wichtig sei es, sich das Kennzeichen der Fahrzeuge zu notieren.
Mit Material der dpa
