40 Jahre nach der Tat: Brutaler Mord im Wald – 70-Jähriger im Cold Case Renate Borst angeklagt

Die 31-jährige Renate Borst wurde 1985 in einem Wald bei Deggingen brutal ermordet. Jetzt gibt es eine Anklage gegen einen Verdächtigen.
Verena Eisele/Archiv GZ- Ulmer Staatsanwaltschaft klagt 70-Jährigen im Cold Case Renate Borst an.
- Die 31-Jährige wurde 1985 bei Deggingen vergewaltigt und brutal getötet.
- Laut Anklage würgte der Täter, überrollte sie wohl mit dem Auto – dann Steinschläge.
- Eine DNA-Spur und beschlagnahmtes Material führten zum Verdacht.
- Die Schwurgerichtskammer Ulm entscheidet über die Zulassung der Anklage.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehr als 40 Jahre lang war der Mordfall Renate Borst ein „Cold Case“ und lag ungelöst in den Aktenschränken der Polizei. Doch nun sind die Ermittler sicher, den Täter gefunden zu haben: Die Staatsanwaltschaft Ulm hat gegen einen 70-jährigen Mann aus Schwendi (Kreis Biberach) Anklage erhoben. Er soll die 31-jährige Frau in seinem Auto auf einem Waldweg bei Deggingen (Kreis Göppingen) zuerst vergewaltigt und dann brutal ermordet haben.
Aus der Anklage lässt sich herauslesen, welches Martyrium die Frau im Februar 1985 erlitten haben muss. Der Täter sei zunächst mit ihr in seinem Auto auf einen Waldweg bei Deggingen gefahren, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Ulm. Dort sei es zum „Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen“ gekommen. Um seinen Willen durchzusetzen, habe der Angeschuldigte sein Opfer „derart stark im Halsbereich gewürgt, dass es unter anderem zu einem Bruch des Zungenbeins gekommen sein soll“, teilen die Ermittler weiter mit. „Spätestens ab diesem Zeitpunkt soll der Angeschuldigte den Entschluss gefasst haben, die Geschädigte zu töten, um eine Entdeckung der vorangegangenen Vergewaltigung und Körperverletzung zu verhindern.“
Extreme Gewalt mit „absolutem Tötungswillen“
Daraufhin habe der Mann „mit absolutem Tötungswillen“ extreme Gewalt gegen den Rumpfbereich des Opfers ausgeübt; wie die Obduktionsergebnisse ergaben, liegt sogar nahe, dass Renate Borst dabei mit dem Auto überrollt wurde. Danach sei sie entkleidet, an den Beinen mit dem Büstenhalter gefesselt und einen Abhang hinuntergezogen worden. Die 31-Jährige war allerdings offenbar immer noch am Leben. Im Wald soll der Beschuldigte daher mit einem Stein mehrfach auf den Kopf seines Opfers geschlagen haben.
Die entstellte Leiche von Renate Borst wurde erst etwa zwei Wochen nach dem Mord von Spaziergängerinnen gefunden. Die Ermittlungen der Polizei blieben ergebnislos, ein Täter wurde mehr als 40 Jahre lang nicht gefunden.
Das änderte sich erst im November 2025, als in einem Teilort von Schwendi eine massive Hausdurchsuchung bei einem Verdächtigen durchgeführt wurde. Mehr als 20 Polizeibeamte waren im Einsatz, unter anderem wurde das Haus mit einer Sonde durchsucht, auch ein spezielles Räumfahrzeug war im Einsatz; Anwohner sprachen gegenüber der SÜDWEST PRESSE von einem „Panzer“. Zunächst blieb der heute 70-jährige Verdächtige auf freiem Fuß, doch im April 2026 wurde er verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft.
DNA-Spur führte 40 Jahre nach der Tat zum Verdächtigen
Die neuen Ermittlungen und die Verhaftung waren bereits Thema im SWP-Crime-Podcast „Akte Südwest“:
Laut den Ermittlern wurde bei der Durchsuchung in Schwendi umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt – entscheidend für die Erhärtung des Verdachts sei zudem eine DNA-Spur gewesen.
Der 70-Jährige habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, heißt es in der Mitteilung weiter. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ulm muss nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird und es zu einem Prozess kommt.

