Zug mit Verspätung
: Protest für eine sozial gerechte Verkehrswende in Tübingen

„Fridays for Future“-Demonstranten forderten freie Fahrt für den ÖPNV.
Von
Anja Kries
Tübingen
Jetzt in der App anhören
Demo-Zug durch Tübingen von FFF Foto: Carolin Albers

Der Demo-Zug durch Tübingen von FFF hatte stilgerechte Verspätung.

Carolin Albers
  • FFF-Demonstration in Tübingen fordert kostenfreien ÖPNV und Mobilitätsgarantie.
  • Demo-Zug startete mit zehn Minuten Verspätung am Europaplatz.
  • Sprecherin Antonia Sachs kritisiert Tübingens Verzögerung bei Klimaneutralität.
  • Forderung: Deutschlandticket für 15 Euro, kostenlos für Geringverdiener.
  • Finanzierungsvorschläge: Kerosinsteuer, Abschaffung des Dienstwagenprivilegs.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zehn Minuten nach dem geplanten Start setzte sich der kleine Zug von ungefähr 40 Mitlaufenden am Europaplatz in Bewegung. „Wir entschuldigen die Verspätung, das ist ja bei der Bahn leider so üblich…“ erklärte Antonia Sachs, Sprecherin für die Aktion aus der Tübinger „Fridays for future“-Gruppe, in ihrer Begrüßung. Im Rahmen des Bundestagswahlkampfes ruft die Bewegung derzeit alle Parteien dazu auf, Klimaschutzthemen stärker in ihren Plänen zu berücksichtigen.

Demozug war als Eisenbahn unterwegs

Am Freitagnachmittag waren die Protestierenden als „Bahn“ unterwegs, um Vorschläge für eine sozial gerechte Verkehrswende zu zu präsentieren. Damit alle sich klimafreundliche Mobilität leisten könnten, forderten sie eine „Mobilitätsgarantie“. Die Stadt Tübingen solle das Deutschlandticket so bezuschussen, dass es im Normalfall 15 Euro und für Menschen mit geringerem Einkommen nichts koste. Wenn städtische Gelder fehlten, müsse der Bund einspringen. Dies könne man zum Beispiel durch die Besteuerung von Kerosin oder die Abschaffung des Dienstwagenprivilegs finanzieren.

Letzteres würde vor allem Menschen mit höherem Einkommen und großen Fahrzeugen nutzen. Wenn jemand durch erhöhte Mobilitätskosten wirklich belastet würde, könne ein „Klimageld“ Ausgleich schaffen. Auch an die Mitarbeiter im ÖPNV müsse außerdem gedacht werden: „Eine sozial gerechte Verkehrswende funktioniert nur mit den Beschäftigten“, betonte Antonia Sachs. An den Bushaltestellen, welche die Demonstration passierte, verkündete Sachs, dass Tübingen auf dem Weg zur Klimaneutralität zehn Jahre verspätet sei. Mit den bisherigen Plänen würde das Ziel erst 2040 und nicht wie ursprünglich geplant 2030 erreicht.