Wissenschaftlerinnen in Tübingen ausgezeichnet
: Forschung zu Faktencheck in Sozialen Medien

Der Hans Bausch Mediapreis 2025 geht an Regina Cazzamatta und Jeanette Kollien für ihre Arbeit zu digitalen Kommunikationsplattformen und deren gravierenden Einfluss auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.
Von
ST
Tübingen
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Die Jury des Hans Bausch Mediapreises des SWR zeichnet erstmals zwei Arbeiten aus: Regina Cazzamatta (li.) erhält für ihre Studie „Die inhaltliche Homogenisierung des Fact-Checkings durch Plattformpartnerschaften: Ein Vergleich zwischen acht Ländern“ den Hauptpreis. Da-neben wird in diesem Jahr zum ersten Mal auch der Hans Bausch Media-Sonderpreis des SWR verliehen. Dieser geht an Jeanette Kollien für ihre Studie „Digitale Nachhaltigkeit als Leitmotiv für Kommunikationsplattformen“. 
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Regina Cazzamatta (links) und Jeanette Kollien.

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  • Hans Bausch Mediapreis 2025 an Regina Cazzamatta und Jeanette Kollien verliehen.
  • Cazzamatta untersucht Fakt-Checking in acht Ländern, Kollien digitale Nachhaltigkeit.
  • Forschung zeigt: 95% der Faktenchecks betreffen soziale Medien.
  • Preise in der Alten Aula in Tübingen vergeben.
  • Stiftung fördert Wissenschaft und Innovation im Medienbereich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie tragen Plattformen Sorge dafür, dass Gerüchte und Falschmeldungen eingedämmt werden? Die Jury des Hans Bausch Mediapreises des SWR zeichnet erstmals zwei Arbeiten aus: Regina Cazzamatta erhält für ihre Studie „Die inhaltliche Homogenisierung des Fact-Checkings durch Plattformpartnerschaften: Ein Vergleich zwischen acht Ländern“ den Hauptpreis. Den Sonderpreis erhält Jeanette Kollien für ihre Studie „Digitale Nachhaltigkeit als Leitmotiv für Kommunikationsplattformen“.

Cazzamatta untersucht empirisch die zunehmende Beobachtung von Online-Gerüchten in sozialen Medien durch Faktencheck-Organisationen in insgesamt acht Ländern Europas und Lateinamerikas. Sie analysiert, inwieweit sich Faktenchecks stärker auf Gerüchte in sozialen Netzwerken oder auf Aussagen öffentlicher Personen konzentrieren. Ihre Forschung zeigt, dass bis zu 95 Prozent der Faktenchecks soziale Medien betreffen. Cazzamatta ist seit 2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Erfurt im Seminar für Medien und Kommunikationswissenschaft und leitet dort das DFG-Projekt „Desinformationskontext und das Entstehen von Fact-Checking-Organisationen in Europa und Lateinamerika“.

Wie nachhaltig sind die digitalen Plattformen?

Jeanette Kollien setzt sich in ihrer Studie mit den Sozialen Medien und mit Nachhaltigkeitskriterien wie Energie- und Ressourcenverbrauch, Datenschutz, freier Software, Gemeinwohlorientierung und Unabhängigkeit von Werbung auseinander. Sie entwickelt ein Modell der informationellen Nachhaltigkeit digitaler Kommunikationsplattformen und überprüft es durch Interviews mit acht Experten.

Verliehen wurden die Preise kürzlich in der Alten Aula in Tübingen. Die gemeinnützige Stiftung Hans Bausch Mediapreis des SWR dient der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Innovation im Medienbereich. Dies wird durch die Verleihung des gleichnamigen Mediapreises in Höhe von 5000 Euro verwirklicht, der einmal jährlich für eine wissenschaftliche Arbeit im deutschsprachigen Raum verliehen wird. Bei der Verleihung des Preises kooperiert der SWR eng mit dem Institut für Medienwissenschaft der Universität Tübingen.