Wirtschaft: Handwerkskonjunktur weiter ohne Schwung

Die Zulieferbetriebe mussten im vierten Quartal 2024 deutliche Auftragsrückgänge verkraften, teilt die Handwerkskammer Reutlingen mit.
Sascha Schneider/AMH- Jeder dritte Handwerksbetrieb rechnet im ersten Quartal 2025 mit schlechterer Geschäftslage.
- Zulieferbetriebe verzeichneten im vierten Quartal 2024 deutliche Auftragsrückgänge.
- 61% der Handwerksbetriebe in der Region bewerten ihre Geschäftslage als gut.
- Auftragslage entspannt sich, bleibt aber schwach; viele Betriebe verzeichnen ein Minus.
- Skeptischer Ausblick der Zulieferer: 26% erwarten weniger Bestellungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach einem soliden Jahresabschluss erwarte das Handwerk in der Region vorerst keine nachhaltige wirtschaftliche Belebung, tut die Handwerkskammer Reutlingen per Pressemitteilung kund. Laut einer Umfrage rechne jeder dritte Betrieb mit einer sich verschlechternden Geschäftslage im ersten Quartal dieses Jahres. Vor allem bei den Zulieferern habe sich die Stimmung eingetrübt. „Die Handwerkskonjunktur tritt nun schon seit geraumer Zeit auf der Stelle. Zwar hat sich die Lage der einzelnen Branchen in den vergangenen Monaten nicht grundlegend verschlechtert, die erhoffte Trendwende ist allerdings nicht in Sicht“, fasst Präsident Alexander Wälde zusammen. Damit erhöhe sich der Druck auf die Betriebe weiter. „Neben der schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage sind die Betriebe mit der überbordenden Bürokratie und steigenden Abgaben konfrontiert.“
Bei der Erhebung von Ende Januar bewerteten demnach 61 Prozent der befragten Handwerksbetriebe in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen, Zollernalb, Sigmaringen und Freudenstadt die Geschäftslage als gut. Unzufrieden äußerten sich zehn Prozent der Unternehmen, etwas weniger als im vierten Quartal 2023 – da waren es 12 Prozent.
Schwache Auftragslage
Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Auftragslage zuletzt etwas entspannt, bleibe aber schwach. Knapp jeder vierte Betrieb habe im vierten Quartal mehr Bestellungen erhalten, genauso viele jedoch hätten einen Rückgang gemeldet. Vor zwölf Monaten hätten 18 Prozent der Betriebe im Vergleich zum Vorquartal einen Zuwachs verbucht, doppelt so viele, nämlich rund 36 Prozent, ein Minus. Im Branchenvergleich falle die Bilanz bei Dienstleistern, im Nahrungsmittelhandwerk, bei Gesundheitsberufen und im Kfz-Gewerbe positiv aus. Im Ausbauhandwerk hielten sich Zuwächse und Rückgänge die Waage.
Deutlich schlechter sei es zuletzt bei den Zulieferbetrieben und im Bauhauptgewerbe gelaufen, bei dem sich der Anteil des Wohnungsneubaus am Gesamtumsatz binnen Jahresfrist nochmals halbiert habe. Zwar hätten sich beide Gruppen im Vergleich zum Vorjahr verbessern können, doch nach wie vor verzeichne die Mehrheit der Betriebe ein Minus bei Neuaufträgen. Bei den Maurern, Zimmerern und Dachdeckern seien es 40 Prozent der Betriebe, bei den Metall- und Elektrobetrieben sogar knapp 45 Prozent. Entsprechend skeptisch falle der Ausblick der Zulieferer auf die kommenden Wochen aus: 14 Prozent der Befragten rechneten mit einer steigenden Nachfrage, 26 Prozent stellten sich auf weniger Bestellungen ein.