Wer üben will, muss fahren: Im Kreis Tübingen gibt es keinen Verkehrsübungsplatz – wo lässt sich legal trainieren?

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Nicht gesetztUm das Risiko zu vermeiden, bleibt der Besuch eines Verkehrsübungsplatzes. Allerdings sind die eher dünn gesät: Im Kreis Tübingen gibt es keinen. „Der Bedarf wäre schon da“, glaubt Klett, „aber wir haben die finanziellen Mittel nicht.“ Gäbe es ausreichend Spender und einen Gönner, der ein entsprechendes Gelände zur Verfügung stellt, würde die Kreisverkehrswacht gerne zugreifen. Bislang ist aber weder das eine noch das andere in Sicht.
Klett rät deshalb zu einem Besuch in Reutlingen: Dort gibt es ein kleines Trainingsareal der benachbarten Verkehrswacht Reutlingen-Münsingen. „Da hab’ ich mit meiner Tochter auch geübt.“ Auch ältere Menschen, die lange nicht mehr hinter dem Steuer saßen, nähmen das Angebot dort gerne an. „So kann man sich schon ein paar Fahrstunden sparen.“
Dagegen hat auch Fahrlehrer Wolfgang Rieker prinzipiell nichts. Er ist Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes im Kreis Tübingen. „Fürs Anfahren-Lernen ist das sinnvoll.“ Anders sieht er das bei komplizierteren Manövern wie Parkübungen: Das könnten Eltern meist nicht so korrigieren, wie es sinnvoll sei. „Das führt dann nur zu mehr Fahrstunden, als es spart.“ Seinen Prüflingen empfiehlt Rieker, sich zu einem geeigneten Trainingsgelände ruhig etwas weiter chauffieren zu lassen – die künstlichen Verkehrslandschaften in Kirchheim oder Leonberg bieten mehr Platz als die in Reutlingen. In Leonberg gibt es auch Kreuzungen mit Ampeln sowie eine Anlage, bei der die Fahrbahn mit Wasser bespritzt wird, um Regenfahrten zu simulieren.
Eine weitere Möglichkeit ist der Führerschein mit 17. Dann darf man bis zur Volljährigkeit in Begleitung im ganz normalen Straßenverkehr mitschwimmen. Eine Regelung, die sowohl Fahrlehrer Rieker als auch Verkehrswächter Klett empfehlen. „Das hat sich sehr bewährt“, sagt Klett, „wer das macht, baut später seltener einen Unfall und fährt sicherer.“ Beim Bundesverband der Fahrlehrer denke man deshalb schon weiter, sagt Rieker – an den Führerschein mit 16 Jahren.