Weiter mit echten Beamten
: Polizeiposten Tübingen-Nordstadt soll mit Personal besetzt bleiben

Im Polizeiposten auf Waldhäuser Ost sollen nun offenbar doch weiterhin echte Polizisten arbeiten. Das geht aus einem Schreiben von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hervor, mit dem er die Nachfrage des Tübinger Landtagsabgeordneten Daniel Lede Abal (Grüne) beantwortet.
Von
Hans-Jörg Schweizer
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Nicht gesetzt

„Wir werden den Betrieb personell so wie bisher sicherstellen“, bestätigte am Donnerstag Björn Reusch, Sprecher des Reutlinger Polizeipräsidiums. Bisher war der Polizeiposten in der Nordstadt mit 2,1 Personalstellen ausgestattet. Anfang Juli ging aber ein Beamter in den Ruhestand und eine Kollegin hatte um Versetzung gebeten. Die Stellen hätten ursprünglich nicht wieder besetzt werden sollen. Wie die frei werdenden Stellen nun doch besetzt werden können, um die Öffnungszeiten von 7.30 bis 17 Uhr an fünf Tagen pro Woche zu gewährleisten, war beim Polizeipräsidium gestern nicht zu erfahren.

Im Juni war bekannt geworden, dass der Polizeiposten in der Tübinger Nordstadt von September diesen Jahres an nur noch virtuell besetzt sein sollte. Vor Ort im Berliner Ring sollten ab Herbst keine echten Polizisten mehr Dienst tun. Als Ersatz hätte eine Gegensprechanlage gedient. Über diese gibt es eine Verbindung zu Beamten im Polizeirevier in der Tübinger Konrad-Adenauer-Straße. Besagte Gegensprechanlage tut auch bisher schon Dienst auf WHO: Außerhalb der Öffnungszeiten und wenn der Polizeiposten aus Personalmangel mal doch nicht mit Beamten besetzt ist.

Der Polizeiposten in der Nordstadt werde von den Bürgern schon seit Jahren kaum noch angenommen, damit erklärte im Juni Tübingens Revierleiter Erwin Dieringer. Anzeigen gingen demnach heutzutage meist per Handy ein, viele auch per E-Mail.

Dennoch hatte Lede Abal vom Innenminister gefordert, von einer Schließung des Polizeipostens Abstand zu nehmen: „Für den Tübinger Norden und dessen Bewohnerinnen und Bewohner ist ein besetzter Polizeiposten ein wichtiger Faktor für ihr Sicherheitsgefühl“, so Lede Abal. Dies könne ein virtueller Posten nicht leisten. Die bisherige Linie der Polizeistrukturreform bestehe darin, den Bestand an Revieren und Posten zu sichern. „Ich wünsche mir, dass das nicht nur vorerst, sondern in Zukunft auch dauerhaft für den Polizeiposten auf WHO gilt.“