Weilheim · Real-Markt: Umbau zum Edeka-Markt: Auch mal ein Tupperschüssele

Der Real-Markt in Weilheim und sein großer Parkplatz. Edeka übernimmt den Markt. Die Stadt möchte Flächen kaufen – verschiedene Gruppen haben Interesse.
Ulrich MetzWeilheim ist nicht nur der Real-Markt, gewiss - aber der Real ist eben doch ein wichtiger Teil der örtlichen Infrastruktur. Dass Real diesen Supermarkt nicht mehr weiterführt, bedeutet einen Umbruch für den Tübinger Stadtteil. Der auch den Ortschaftsrat in seiner Sitzung am Mittwochabend beschäftigte.
Immerhin: Es wird weiterhin einen Supermarkt geben - Edeka zieht ein. Aber mit welchem Sortiment? Ein Stimmungsbild im Rat ergab einen klaren Wunsch: Bitte nicht nur ein reines Lebensmittel-Angebot, sondern ein größeres Sortiment. „Wäre schön, wenn man auch mal ein Tupperschüssele bekommt“, sagte eine Rätin. Und man erhofft sich auch, dass trotz Umbau - ein halbes Jahr wird er wohl dauern - eine Art improvisierter Verkauf möglich ist.
Das sind allerdings Konzern-Entscheidungen, auf die die Kommune kaum Einfluss hat. Interessanter ist, dass die Stadt jetzt auch als Eigentümerin in dem Areal mitspielt: Sie kann im Außenbereich Flächen kaufen - bis jetzt drei kleinere Areale.
Was soll damit geschehen? „Da kommen schon verschiedene Gruppen aktiv auf mich zu“, berichtete Ortsvorsteherin Ulrike Baumgärtner. Das Gewerbe sucht Platz, Wohnraumsuchende sehen dort Potenzial, und auch die Tübinger Gesellschaft für Sozialpsychiatrie hat wegen eines Wohnheimes für psychisch erkrankte Menschen angefragt.
Die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten haben unterschiedliche Planungen zur Folge. Am einfachsten lässt sich Gewerbe ansiedeln. Sobald es in Richtung Wohnen geht, muss ein Bebauungsplan her. Und da stellte Baumgärtner eine Kausalkette her: „Je umfangreicher der Anspruch an Nutzung, desto mehr Planungsaufwand. Und desto später geht das schon ausgelastete Stadtplanungsamt da heran.“
Vielleicht könnte man auch Altenwohnungen dort bauen? So lautete eine Anregung, eine andere nahm den Parkplatz in den Blick: „Der Investor sollte sich überlegen, was er mit dem Rest macht.“ Wichtig war dem Rat auch: Egal, was man mache - es dürfe den neuen Markt nicht aufhalten. Auf schnellstem Weg müsse wieder eine Einkaufsmöglichkeit hergestellt werden.
Wie auch immer: Jetzt müssen erst mal die Flächen endgültig gekauft werden. Das Schlusswort der Ortsvorsteherin: „Wir wünschen den Verhandlungen gutes Gelingen, damit wir überhaupt Flächen haben.“