Wahl in Tübingen
: Der Gemeinderat hat Cord Soehlke wieder zum Bürgermeister gewählt

Bei seiner dritten Wahl wurde der bisherige Baubürgermeister und Erste Bürgermeister in Tübingen bestätigt. Er bekam 34 von 37 Stimmen.
Von
Sabine Lohr
Tübingen
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Cord Soehlke wird wieder als Baubürgermeister gewählt

Pirat, Superman, Stadtchef, Imperator, Darth Vader: Mit KI-generierten Bildern gratulierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bauverwaltung Cord Soehlke zur Wiederwahl.

Carolin Albers
  • Cord Soehlke bleibt Erster Bürgermeister und Baubürgermeister in Tübingen.
  • Der Gemeinderat wählte ihn am Donnerstag, 16. Juli, mit 34 von 37 Stimmen.
  • Zwei Stadträte stimmten gegen ihn, eine Enthaltung – weitere Kandidaten traten nicht an.
  • Zwei Bewerber gab es zwar, doch der Verwaltungsausschuss lud sie nicht zur Vorstellung ein.
  • Kurzprofil: Jahrgang 1969, Architekt, seit 2010 Baubürgermeister, Wiederwahl 2018 mit 30 Stimmen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Cord Soehlke bleibt Erster und Baubürgermeister in Tübingen. Der Gemeinderat wählte ihn am Donnerstag, 16. Juli, mit 34 Stimmen, zwei Stadträte stimmten gegen ihn, und es gab eine Enthaltung. Eine Überraschung ist die Wiederwahl nicht, denn Soehlke war der einzige Kandidat. Es hatte zwar zwei Mitbewerber gegeben, die hatte der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats aber nicht zur Vorstellung eingeladen. Ihre Eignung, so Oberbürgermeister Boris Palmer, sei „nicht gegeben gewesen“.

Eigentlich hätte sich Soehlke dem Gremium gar nicht vorzustellen brauchen. Immerhin ist er seit 16 Jahren Baubürgermeister. Aber weil, so Soehlke, „eine Wahl nach meinem Verständnis eines der wichtigsten Elemente unserer Demokratie ist“, begründete er doch, warum er noch weitere acht Jahre Baubürgermeister in Tübingen sein möchte.

In Tübingen sei vieles möglich, was an vielen anderen Orten unrealistisch und fast utopisch erscheine. Im Gemeinderat und in der Stadtgesellschaft werde über politische Lager und kulturelle Unterschiede hinweg an gemeinsamen Lösungen gearbeitet, um die Stadt besser zu machen. Sichtbar sei das an den drei Spatenstichen in diesem Jahr – für das Zambaioni-Projekt, die Baugemeinschaft Güterhalle für alle mit der Kit-Jugendhilfe und für die Baugemeinschaft Marie.

Kooperation und Zusammenarbeit wichtig

Zudem habe er das Glück, dass er „mit vielen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten darf, die ihre Aufgaben mit großer Leidenschaft, Freude, Humor und Kompetenz angehen“. Gerade in seinem Bereich seien Kooperation und Zusammenarbeit wichtig, „alleine geht gar nichts“.

Und schließlich hätten ihm Tübingen und der Gemeinderat viel Vertrauen entgegengebracht und ihm eine befriedigende Arbeit ermöglicht. So seien viele Projekte umgesetzt worden, die anderswo schwierig gewesen wären. Soehlke nannte als Beispiele die Südstadtentwicklung, das Mühlenviertel und die Alte Weberei, die komplexen Sanierungen und Rochaden im Schulbereich, das Flüchtlingswohnen mit Baugemeinschaften, die Sanierung der beiden Rathäuser und die Umgestaltung der südlichen Innenstadt und des Europaplatzes. Und schließlich: Tübingen sei ihm und seiner Familie Heimat geworden.

Als seine Ziele und Prioritäten in den kommenden acht Jahren nannte Soehlke, seinen Kolleginnen und Kollegen einen Rahmen zu schaffen, damit sie „ihre hohe fachliche Kompetenz und ihr großes Engagement wirksam einbringen können“ und auch mit den anderen Fachbereichen, den Bürgern und dem Gemeinderat weiterhin zusammenzuarbeiten.

„Dringende soziale Herausforderung“: das Wohnen

Das Thema Wohnen halte er „für eine der dringenden sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Stadt“. Es beschäftige ihn sehr, dass einige Akteure „die Asymmetrie auf dem Wohnungsmarkt ausnutzen“ und sich so Menschen, die die Stadt über Jahrzehnte am Laufen gehalten hätte, Tübingen nicht mehr leisten könnten. Auf Nachfrage von Florian Zarnetta (SPD) plädierte Soehlke dennoch dafür, zunächst den Saiben nicht zu bebauen. Es gebe in der Stadt Potenzial für Wohnraum für 6000 bis 7000 Menschen. Das größte Gebiet seien die Mühlbachäcker, aber auch andere Flächen stünden noch zur Verfügung. Im September, versprach er, werde er mit einer Karte in den Gemeinderat kommen.

Auch die natürlichen Lebensgrundlagen wolle er erhalten. 40 bis 50 Prozent des globalen Ressourcenverbrauchs seien mit dem Bauen verbunden, durch Baugebiete im Außenbereich wie auch durch Material. Sanierungen wie beim Technischen Rathaus oder dem Hallenbad Nord seien deshalb der richtige Weg.

Statt eines Platzes gibt es einen Hain

Mehr zur Klimaanpassung wollte Swantje Uhde-Sailer wissen. Soehlke nannte neben den geplanten Grün- und Aufenthaltsbereichen Haagtorplatz und Kulturhalle auch einen Hain, der vor der Güterhalle angelegt werde. Vor fünf Jahren, sagte er, „hätten wir dort noch einen Platz mit einer wasserdurchlässigen Oberfläche gebaut“.

Nach wenigen weiteren Fragen aus dem Gemeinderat ging es an die geheime Wahl. Und danach gab es großen Applaus: Den spendeten nicht nur die Stadträte, sondern auch die rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bauverwaltung, einige andere Verwaltungsmitarbeiter, Freunde und Soelkes Frau Mirjam Thaler.

Soehlkes Mitarbeiter stellten sich am Hinterausgang des Rathauses auf und empfingen ihren alten und neuen Chef dort mit KI-generierten Bildern. Sie zeigten Soehlke als furchterregenden Piraten, als „Supercord“, als römischen Imperator, Darth Vader oder auch als Spieler in einem Boulereich.

Cord Soehlke wird wieder als Baubürgermeister gewählt

Oberbürgermeister Boris Palmer (links) und Sozialbürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel  gratulierten dem zu dritten Mal gewählten Baubürgermeister Cord Soehlke.

Carolin Albers

Kurzlebenslauf Cord Soehlke

Cord Soehlke wurde 1969 in Bielefeld geboren und studierte von 1991 bis 1996 Architektur in Kassel. Von 2001 bis 2010 leitete er das Tübinger Stadtsanierungsamt. Dann wurde er zum Baubürgermeister gewählt. Beworben hatten sich damals 42 Kandidaten, vier blieben in der engeren Auswahl, zwei davon zogen sich kurz vor der Wahl zurück. 2018 wurde Soehlke mit 30 von 37 Stimmen wiedergewählt. Soehlke ist verheiratet und hat eine Tochter.