Vermisstes Mädchen wieder aufgetaucht
: Nach nächtlicher Suchaktion erscheint Zehnjährige am Morgen in der Schule

Eine seit Donnerstag vermisste Zehnjährige kam am Freitagmorgen wohlbehalten zur Schule. Die Polizei hatte bis tief in die Nacht mit Hunden und Hubschrauber nach dem Mädchen gesucht.
Von
Hans-Jörg Schweizer
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Sommer

Tübingen. Wie Polizeisprecher Josef Hönes berichtet, war die Zehnjährige am Donnerstagnachmittag von einer Betreuung nicht wieder in die Wohnung in der Tübinger Südstadt zurückgekehrt. Abends hatte dann die Mutter ihre Tochter als vermisst gemeldet.

Die Polizei suchte am späten Donnerstagabend mit sämtlichen verfügbaren Kräften im Tübinger Stadtgebiet nach dem Mädchen. Schwerpunkte der Suche waren der Bereich des Alten Botanischen Gartens (Bota) und beim Tübinger Anlagensee, wo sich die Zehnjährige offenbar regelmäßig aufhielt. Auch sämtliche bekannten Handykontakte der Vermissten waren abgefragt worden. Die Suchtrupps setzten Mantrailer-Hunde ein und wurden zudem aus der Luft von der Besatzung eines Hubschraubers unterstützt, der am Donnerstagabend längere Zeit über der Stadt kreiste.

Die groß angelegte Suchaktion blieb dennoch erfolglos. Am Morgen dann die Entwarnung: Die Zehnjährige tauchte an ihrer Schule in der Tübinger Uhlandstraße auf. Sie hatte bei einer Freundin übernachtet, die ihre Mutter nicht kennt. Dort hatte das Mädchen erzählt, ihre Mutter sei verreist und nicht erreichbar.

In den sozialen Netzwerken verbreitete sich am Freitagmorgen rasch ein Bild und der Name des Mädchens. Auch die Polizei hatte am frühen Morgen angekündigt, alsbald eine detaillierte Suchmeldung herausgeben zu wollen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Üblicherweise sind die Fahnder – im Zwiespalt zwischen konkreter Personenbeschreibung und Opferschutz – sehr zurückhaltend mit der Veröffentlichung von Vermisstenbildern. Vor allem weil es angesichts rasanter Social-Media-Verbreitung inzwischen schier unmöglich ist, Fotos später wieder aus dem Netz zu tilgen.