Universität Tübingen: Studium Generale: Wie queer ist eigentlich die Natur?

Am Mittwoch startet im Kupferbau das Studium Generale der Tübinger Universität, eine Vorlesungsreihe, die sich nicht nur an Studierende, sondern an alle Interessierten wendet.
Sebastian Gollnow/dpa- Universität Tübingen startet Studium Generale am 16. April.
- Vorlesungsreihe "Queer Creatures" untersucht Gender und Diversität in der Natur.
- Zehn Vorlesungen zu "queer", Abschlussdiskussion am Semesterende.
- Weitere Themen: Sportwissenschaft, Frauen in der Uni-Geschichte, Judaistik.
- Alle Veranstaltungen im Kupferbau, Zugang kostenlos.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Begriff ‚queer‘ wird oft ausschließlich mit menschlichem Geschlecht und Begehren, mit menschlicher Sprache und Kultur in Verbindung gebracht. Queer, so die gängige Meinung, beinhaltet alles, was nicht heterosexuell ist. Dabei bezeichnen sich in sozialen Medien zunehmend auch Heterosexuelle als ‚queer‘. Was bedeutet der Begriff aber im Nichtmenschlichen?
Das will die Vorlesungsreihe „Queer Creatures: Gender, Diversität und das Nichtmenschliche“ hinterfragen: Eine queere Perspektive auf die ‚Natur’ und die nichtmenschliche Welt. Die Vorlesung stellt in Beiträgen aus den Natur-, Technik-, Geistes-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften die Frage, wie wir mit Pflanzen, Mikroben und künstlichen Intelligenzen, vorhandene Kategorien und Strukturen menschlicher Gesellschaften anders denken können und aus der Komplexität und Vielfalt der Welt jenseits des Menschlichen lernen können.
Die zehn Vorlesungen zum Thema ‚queer‘ (mit einer abschließenden Fishbowl-Diskussion: Was will /kann ‚queer‘?) bilden eine von sieben Studium Generale Reihen, die in diesem Sommersemester angeboten werden. Themen der traditionsreichen Vorlesungsreihe, die sich nicht nur an Studierende, sondern an alle Interessierten wendet, sind unter anderem die Entwicklungen und Innovationen in der Sportwissenschaft, die Religion im Leben und Werk von Thomas Mann und die Verortung der Judaistik in ihrem Bezug zur christlichen Theologie. Zudem geht es um die Rolle der Frauen in der fast 550-jährigen Geschichte der Universität Tübingen, die Entstehung neuer Normalitäten, die Suche nach den Wurzeln der Wissenschaft und das Projizieren menschlicher Kategorien auf die Natur.
Die Vorlesungsreihen im Kurzprofil
- Thomas Mann – Religion in Leben und Werk. Zum 150. Geburtstag. Hier zeigt der Theologe Karl-Josef Kuschel, wie der Jahrhundertschriftsteller immer wieder Grundfragen der menschlichen Existenz thematisierte und dabei einen eigenen Zugang zu Fragen der Religion suchte. Die Vorlesungsreihe zeichnet die Suchbewegungen des Schriftstellers nach. (Montag, 18.15 Uhr, Hörsaal 25)
- Leistung, Bildung und Gesundheit: Interdisziplinäre Perspektiven von Sportwissenschaft und Sportmedizin. Die Reihe greift die Entwicklung und Innovationen in der Sportwissenschaft und Sportmedizin der vergangenen Jahre auf und wird sich dabei im Kern auf Schwerpunkte konzentrieren, die am Standort Tübingen bearbeitet werden. Hier gilt das Forschungsinteresse Menschen aller Altersgruppen, vom Profi- bis zum Freizeitsport. (Montag, 18.15 Uhr, Hörsaal 21)
- Wo beginnt Wissenschaft? – Perspektiven der Tübinger Altertumswissenschaften. Wissenschaft fragt, wie die Dinge wirklich sind. Ihre Antworten werden gehört und geleugnet, verteidigt und bekämpft. Doch wie entstand Wissenschaft und wo hat sie ihre Anfänge? Dieser Frage gehen die Tübinger Altertumswissenschaften in unterschiedlichen historischen Epochen und geografischen Räumen nach. (Dienstag, 18.15 Uhr, Hörsaal 25)
- Umbrüche, Aufbrüche: Wie entstehen neue Normalitäten? Ereignisse und Entwicklungen wie Klimawandel, demografischer Wandel und Digitalisierung, aber auch Erfahrungen von Pandemie und Krieg in Europa, stellen vieles infrage, was bisher als normal galt. Was wiederum künftig als normal gelten soll, ist ebenso umstritten wie die Frage, von wem neue Normalitäten bestimmt werden oder bestimmt werden dürfen und ob wir jetzt schon abschätzen können, was künftig normal sein wird. (Dienstag, 20.15 Uhr, Hörsaal 25)
- Frauen an der Universität Tübingen. Erst 1904 konnten sich Frauen regulär an der Universität Tübingen einschreiben, 427 Jahre nach deren Gründung. Anlässlich des bevorstehenden 550. Universitätsjubiläums fragt die Reihe: Welche Rolle spielten Frauen an der Universität Tübingen durch die vergangenen Jahrhunderte, welche heute und wie wird sie künftig sein? Die Vorlesungsreihe wird auch live via Zoom übertragen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Studium Generale. (Mittwoch, 18.15 Uhr, Hörsaal 25)
- Judaistik im Kontext von Theologie, Kirche und Gesellschaft. Die Reihe versucht eine Verortung der Judaistik in ihrem Bezug zur christlichen Theologie mit ihren unterschiedlichen Disziplinen, zu den christlichen Kirchen im Kontext der religionsbezogenen Wissenschaften überhaupt und innerhalb moderner pluralistischer Gesellschaften. Geleitet wird die Reihe auch von der Frage: Wie kann vermieden werden, dass das Judentum, die jüdische Geschichte und das jüdische Denken erneut in fragwürdiger Weise zum Gegenstand einer Reflexion über „Andere“ werden? (Mittwoch, 18.15 Uhr, Hörsaal 21)
- Queer Creatures: Gender, Diversität und das Nichtmenschliche. Der Begriff ‚queer‘ wird oft ausschließlich mit menschlichem Geschlecht und Begehren, mit menschlicher Sprache und Kultur in Verbindung gebracht. Die Reihe stellt in Beiträgen aus den Natur-, Technik-, Geistes-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften die Frage, wie wir mit dem Nichtmenschlichen – den Pflanzen, Mikroben und künstlichen Intelligenzen – vorhandene Kategorien und Strukturen menschlicher Gesellschaften anders denken können und aus der Komplexität und Vielfalt der Welt jenseits des Menschlichen lernen können. (Donnerstag, 18.15 Uhr, Hörsaal 25)
Alle Vorlesungen im Kupferbau
Die Tübinger Studium-Generale-Reihe findet im Kupferbau in der Hölderlinstraße 5 statt. Beginn ist am 16. April. Der Zugang ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Die Veranstaltungen finden in Präsenz statt, vereinzelt werden Vorlesungen im hybriden Format angeboten. Detaillierte und aktuelle Informationen finden sich unter www.uni-tuebingen.de/studium-generale.