Nachtschicht in Tübingen
: Was passiert mit der Zeitumstellungs-Überstunde?

Wenn die Uhr in der Nacht zum Sonntag eine Stunde zurückgestellt wird, verlängert das real die Schichten der Leute, die nachts arbeiten müssen. Wie Polizei und Kliniken damit umgehen.
Von
Jonas Bleeser,
Holger Weyhmüller
Tübingen
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Die Zeitumstellung auf Winterzeit verlängert die Nacht real um eine Stunde. Wie gehen Betriebe und Institutionen mit Schichtarbeit damit um?

Die Zeitumstellung auf Winterzeit verlängert die Nacht real um eine Stunde. Wie gehen Betriebe und Institutionen mit Schichtarbeit damit um?

Marijan Murat/Elisa Schu/Arno Burgi/dpa/Archiv
  • Zeitumstellung auf Winterzeit verlängert Nachtschichten um eine Stunde in Tübingen.
  • Polizei: Nachtschicht endet später, Frühschicht beginnt früher – Überstunde wird ausgeglichen.
  • BG Klinik: Zusatzstunde wird als Überstunde gewertet; im Frühjahr entfällt Nacharbeit.
  • UKT: Stunde wird Zeitkonto gutgeschrieben oder vergütet, Nachtzuschlag steigt entsprechend.
  • Digitale Systeme passen Dokumentation an, Medikamentengaben bleiben chronologisch korrekt.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Polizei hat rund um die Uhr etliche Beamte im Einsatz. Sie besetzen nachts die Reviere, sie koordinieren vom Führungs- und Lagezentrum in Reutlingen aus die Einsätze der Streifen, die draußen unterwegs sind. Eine Nachtschicht dauert dort ohnehin schon sehr lange: Sie beginnt gegen 20 Uhr und geht bis 6 Uhr am nächsten Morgen, insgesamt also zehn Stunden. „Die Schicht, die den Nachtdienst am Sonntag ablöst, kommt eine Stunde früher als üblich“, erläutert Polizeisprecher Lutz Jaksche das Prozedere auf den meisten Revieren, „die müssen dann halt eine Stunde länger arbeiten“.

Die in der Frühschicht gearbeitete Überstunde lasse sich im normalen Umlauf leicht ausgleichen, so Jaksche. Denn im üblichen Schichtmodell allein kommen die Polizeibeamten nicht auf ihre 41 Wochenstunden, sondern auf lediglich 36. Die restlichen Stunden absolvieren sie meist mit Einsatztraining, Dienstsport oder Fortbildungen vor dem Beginn des Spätdienstes, der am Mittag beginnt. Und in der Umstellungsnacht von Winterzeit auf Sommerzeit, wenn die Uhr also eine Stunde vorgestellt wird? „Dann arbeitet die Nachtschicht eben eine Stunde kürzer.“ Erfasst wird die Arbeitszeit bei der Polizei elektronisch.

An der BG Klinik in Tübingen wird mit der zusätzlichen Stunde am Wochenende etwas anders umgegangen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag Schicht haben, müssen die zusätzliche Stunde zwar arbeiten. „Sie wird aber als Überstunde gewertet und entsprechend geregelt“, sagt Kliniksprecherin Eva Schneider auf Anfrage dieser Zeitung. Bei der Umstellung im Frühjahr auf Sommerzeit wiederum, bei der sich die Arbeitszeit ja aufgrund der verkürzten Nacht um eine Stunde reduziert, müsse die entfallende Stunde nicht nachgearbeitet werden.

Für die Patientenversorgung hat die Zeitumstellung ebenfalls Folgen. Hier passt sich das digitale Krankenhaus-Informationssystem an Winter- beziehungsweise Sommerzeit jedoch automatisch an – „dadurch ist beispielsweise sichergestellt, dass Medikamentengaben weiterhin chronologisch korrekt erfasst und in der Dokumentation entsprechend dargestellt werden.“

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Am Universitätsklinikum Tübingen (UKT) müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenfalls eine Stunde länger arbeiten wie an der benachbarten BG Klinik, teilt Sprecherin Claudia Löwe mit. Weiter: „Je nach Arbeitsmodell wird die Stunde auf dem persönlichen Zeitkonto gutgeschrieben oder in auszahlungspflichtigen Diensten zusätzlich vergütet. Auch der Nachtzuschlag wird ebenfalls um diese Stunde erhöht.“

Umstellung auf Winterzeit am Wochenende

In der Nacht von Samstag, 24., auf Sonntag, 25. Oktober, werden die Uhren wieder von Sommer- auf Winterzeit umgestellt. Heißt, dass die Zeit Punkt 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgedreht wird. Für all jene, die im Bett liegen können, bedeutet dies eine zusätzliche Stunde Schlaf. Für Menschen hingegen, die in dieser Nacht arbeiten müssen, kann abhängig vom Arbeitgeber daraus eine Stunde Mehrarbeit resultieren. Die meisten modernen Uhren und Gerätschaften mit Zeitanzeige, insbesondere, wenn sie mit Funk, Internet oder Mobilfunk verbunden sind, stellen sich üblicherweise automatisch um – vorausgesetzt, sie haben Empfang und es ist die korrekte Zeitzone eingestellt. Alle anderen Geräte müssen von Hand umgestellt werden, häufig trifft dies noch auf Armband- oder Wanduhren zu, auf Herd, Backofen, Mikrowelle und andere Küchengeräte, so sie denn ein Display mit Zeitanzeige haben.