Umfrage in Tübingen
: Schauen Sie Frauenfußball-EM?

Das Duell zwischen Dänemark und Deutschland fesselte am Dienstag Millionen - die Einschaltquoten gingen durch die Decke. Ein deutliches Zeichen dafür, dass Fußball von Frauen immer weiter ins Rampenlicht rückt. Aber ist der Funke auch schon nach Tübingen übergesprungen?
Von
Amélie Tschacher
Tübingen
Jetzt in der App anhören
Emmi Tigges, Tobias Winkler, Uwe Kirchberg, Marcia G

Emmi Tigges, Tobias Winkler, Uwe Kirchberg, Marcia Geisler (von links oben nach rechts unten)

Amélie Tschacher
  • Frauenfußball-EM gewinnt an Aufmerksamkeit, Millionen sahen Deutschland vs. Dänemark.
  • In Tübingen unterschiedlich: Einige begeistert, andere desinteressiert, Kritik an Ungleichheit.
  • Tobias Winkler: Fußball generell uninteressant, respektiert jedoch Frauenfußball.
  • Emmi Tigges: Fußballfan seit Kindheit, bemängelt fehlendes Public Viewing und Ungleichheit.
  • Uwe Kirchberg: Begeisterter Sportfan, überzeugt vom Wachstum des Frauenfußballs.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mathematikstudent Tobias Winkler ist überzeugt: „Ich muss jetzt nicht zuschauen, wie reiche Leute einem Ball hinterherjagen.“ Den 23-Jährigen kann weder die aktuelle Frauen-EM, noch Männerfußball mitreißen. Es scheitert an der fehlenden Begeisterung für die Sportart. „Wenn ich Fußball schauen würde, dann würde mich eher Frauenfußball interessieren“, sagt er. „Ich habe echt Respekt vor den Frauen, es ist biologisch und strukturell schwieriger für sie, aber sie spielen trotzdem unter den genau gleichen Bedingungen wie die Männer.“

Enttäuscht: kein Public Viewing

Emmi Tigges, leidenschaftliche Fußballerin, geht mit ihrem Vater ins Stadion, seit sie vier Jahre alt ist. „Klar, das war dann nur Männerfußball.“ Die Frauen-EM wird über die Medien verfolgt. „Meine richtige Fußball-Gang ist auch da dabei“, erzählt die 25-jährige Medizinstudentin. Genervt von der fehlenden Präsenz der EM ist sie trotzdem. Public Viewing würde zwar angekündigt, aber dann nicht umgesetzt. Enttäuschend für Tigges. „Diese Ungleichheit ist ja überall beim Fußball. Und dann wird sich noch über die Qualität der Spiele beschwert, aber die Frauen müssen ja aus Gehaltsgründen auch noch einen anderen Job nebenbei machen. Dann ist das ja logisch“, sagt sie.

Wenn sie gucken würde, dann die Frauen-EM

Studentin Marcia Geisler sieht das ähnlich: „Ich habe das Gefühl“, erklärt die 21-Jährige, „dass der Frauenmannschaft Steine in den Weg gelegt werden, weil die finanziellen Mittel fehlen“. Sie hat bisher noch kein Spiel der EM angeschaut und dabei wird es wohl auch bleiben – sie betont: „Es geht mir wirklich am Arsch vorbei.“ Diese Ablehnung bezieht sich auf Fußball generell. Aber wenn, dann würde sie Frauen-EM gucken.

„War eigentlich schon immer gut, Frauenfußball“

Uwe Kirchberg verfolgt die Frauen-EM hingegen – wie auch sonst nahezu jedes Sportevent – mit Begeisterung. „War eigentlich schon immer gut, Frauenfußball“, sagt er. Der Betriebstechniker weiß, wovon er spricht: Seit 25 Jahren ist der 61-Jährige regelmäßig auch bei Fußballspielen von Frauen auf lokaler Ebene dabei. Nicht zuletzt auch beim TV Derendingen. „Ich bin einfach sportbegeistert“, erzählt er. Er ist der festen Überzeugung, dass Frauenfußball in den nächsten Jahren immer populärer wird. Unterschiede zum Männerfußball sind für ihn kein Thema: „Ich vergleiche ja auch beim Hundertmeterlauf keine Frauen und Männer.“