Umfrage der IHK
: US-Zollpolitik könnte die Industrie in der Region stark treffen

Die USA sind das wichtigste Ausfuhrland für die Industrie der Region. 40 Prozent der Betriebe, die die Industrie- und Handelskammer befragt hat, fürchten einen Rückgang ihrer Exporte durch die Zollpolitik der USA.
Von
ST
Tübingen/Reutlingen
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Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Reutlingen.

Quelle: Schwäbisches Tagblatt. Vor Verwendung bitte Bildrechte prüfen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Reutlingen.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Reutlingen.

Jonas Bleeser
  • IHK-Umfrage: 40 % der Betriebe erwarten Exportverluste durch drohende US-Zölle.
  • 60 % der Befragten sehen Kunden als Hauptleidtragende, 13 % befürchten sinkende Margen.
  • Produktionsverlagerungen in die USA bleiben selten – nur 7 % planen Teilverlagerungen.
  • Exporte der Region Neckar-Alb stiegen Q1 2025 um 6,9 % auf 3,5 Mrd. Euro – gegen Landestrend.
  • IHK: Verschärfter Handelskonflikt würde regionale Wirtschaft stark belasten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) rechnen über 40 Prozent der befragten Industrieunternehmen aus der Region mit einem Rückgang ihrer Exporte, sollten die USA tatsächlich Zölle auf Lieferungen aus Europa und Deutschland verhängen. Darüber informiert die IHK in einer Pressemitteilung. US-Präsident Donald Trump hatte im April Zölle angekündigt, aber noch ausgesetzt, seither wird verhandelt. Am Mittwoch (9. Juli) verlängerte Trump die Zollfrist. „Sollten die Zölle wirklich kommen und es einen verschärften Handelskonflikt mit den USA geben, hätte das deutliche Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft. Die USA sind immer noch das bedeutendste Ausfuhrland für unsere Region“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp.

Neben dem drohenden Rückgang der Ausfuhren befürchten rund 30 Prozent der Unternehmen der Region, die die IHK befragt hat, dass sich der Wettbewerbsdruck durch Produkte aus Drittstaaten verschärfen wird. Etwa 60 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass die Hauptlast der Zölle die Kunden treffen wird. 13 Prozent erwarten, dass ihre Margen aufgrund der Zölle sinken werden.

Kein Unternehmen plant, Kapazitäten in den USA aufzubauen

Abgefragt hat die IHK in ihrer Umfrage auch die Bestrebungen der Unternehmen, ihre Produktion an bestehende US-Standorte zu verlagern oder zusätzliche Produktionskapazitäten in den USA aufzubauen. Nur knapp 7 Prozent gaben an, ihre Produktion teilweise an bereits vorhandene Standorte in den USA zu verlagern. Kein Unternehmen hingegen plant derzeit, zusätzliche Kapazitäten in den USA aufzubauen. Für viele Betriebe ist die Verlagerung ihrer Produktion weder wirtschaftlich noch organisatorisch kurzfristig umsetzbar. „Wenn das die Vorstellung von Präsident Trump war, dürfte sie sich kaum erfüllen, denn Produktionsverlagerungen in die USA bleiben bislang die Ausnahme“, kommentiert IHK-Außenexperte Martin Fahling.

Zuletzt waren die Exporte der Region Neckar-Alb gestiegen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2024 legten die Auslandsumsätze in den ersten drei Monaten 2025 um 6,9 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro zu – entgegen dem Landestrend Baden-Württembergs, wo im gleichen Zeitraum ein Rückgang von knapp 1,7 Prozent verzeichnet wurde.

An der aktuellen Konjunkturumfrage haben sich 145 Industrieunternehmen aus der Region Reutlingen, Tübingen und Zollernalb beteiligt.