Überfüllte Busse in Tübingen
: OB Palmer: „Der nächste Bus kommt aber sofort“

Das „Bündnis T.ü.B.u.S.“ fordert in einem offenen Brief an Boris Palmer eine bessere Busanbindung zu Kliniken und Morgenstelle. Der OB reagiert umgehend.
Von
Lisa Maria Sporrer
Tübingen
Jetzt in der App anhören
Größerer Stromausfall in Spanien und Portugal: 28.04.2025, Portugal, Lissabon: Menschen versuchen, einen überfüllten Bus zu besteigen, nachdem die U-Bahn nach einem Stromausfall nicht mehr fährt. Foto: Armando Franca/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Überfüllte Busse gibt es auch in Tübingen. Besonders die Strecke zum Uniklinikum und zur Morgenstelle ist begehrt.

Armando Franca/AP/dpa
  • Überfüllte Busse in Tübingen, vor allem Richtung Uniklinikum und Morgenstelle, sorgen für Kritik.
  • Das Bündnis T.ü.B.u.S. fordert bessere Busanbindungen und eine höhere Taktung zu Stoßzeiten.
  • Über 500 Bürger*innen unterstützen die Forderungen in einem offenen Brief an OB Boris Palmer.
  • Palmer verweist auf begrenzte Infrastruktur, rät zur Nutzung der weniger ausgelasteten Linie X15.
  • Eine Stellungnahme von Tübus zur Problematik soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Oft ist es morgens so: Schon ab der Neckarbrücke sind Busse, die zum Universitätsklinikum und zur Morgenstelle fahren, voll. Ab Wilhelmstraße und Uni/Neue Aula ist dann oft kein Einsteigen mehr. Aber nicht nur morgens seien die Busverbindungen stark überlastet, sondern immer zu den universitären Stoßzeiten, schreibt das „Bündnis T.ü.B.u.S.“ – ein Zusammenschluss aus Studierenden der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen.

Höhere Taktung zu Stoßzeiten

Deshalb hat sich das Bündnis in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Boris Palmer, den Gemeinderat, sowie die Stadtwerke Tübingen gewandt. „Innerhalb kurzer Zeit haben über 500 Bürgerinnen und Bürger unsere Forderung nach einer zuverlässigeren und leistungsfähigeren Busanbindung an das Universitätsklinikum und an die Morgenstelle unterstützt“, heißt es in dem offenen Brief des Bündnisses, in dem auch befürchtet wird, dass sich vor dem Hintergrund „bereits umgesetzter oder geplanter Kürzungen im ÖPNV“ die Situation weiter verschärfen könne. Das Ziel eines klimafreundlichen und nachhaltigen ÖPNV solle unbedingt unterstützt werden.

Das Bündnis fordert unter anderem eine höhere Taktung zu Stoßzeiten, insbesondere in den ersten vier Wochen des Semesters zwischen 7.30 und 8.15 Uhr, zusätzliche beziehungsweise direkte Expressverbindungen zur Entlastung stark frequentierter Linien und die Rücknahme oder Reduzierung von Kürzungen, insbesondere bei Zubringerlinien wie der Linie 14. Außerdem die Aussetzung des Ferienfahrplans auf klinikrelevanten Linien während der Vorlesungszeit.

Der Ferienfahrplan auf den klinikrelevanten Linien im Semesterbetrieb sei bereits zurückgenommen worden, antwortet Boris Palmer, der sich für das Engagement des Bündnisses bedankt und ankündigt: „Eine ausführliche fachliche Stellungnahme wird Tübus in den kommenden Tagen veröffentlichen.“

Eine höhere Taktung zu den Stoßzeiten wird es aber wohl nicht geben: „Trotz aller Bemühungen ist die Infrastruktur an den wichtigsten Haltestellen bereits vollständig ausgelastet. Zusätzliche Busse könnten dort in den Spitzenzeiten nicht mehr sinnvoll abgefertigt werden“, so Palmer. Überfüllte Busse würden sich nicht vollständig vermeiden lassen: „Ein Bus kann maximal rund 120 Fahrgäste befördern. Wenn der gleichzeitige Andrang darüber liegt, werden einzelne Fahrten deutlich überlastet sein – so unerfreulich das für die Betroffenen auch ist. Der nächste Bus kommt aber sofort.“ Palmer empfiehlt, die Linie X15 zu nutzen: „Die Linie X15 hat sich als besonders zuverlässig und durchweg weniger ausgelastet erwiesen. Wo dies möglich ist, kann ihre verstärkte Nutzung helfen, die Hauptlinien zu entlasten.“