Tübinger SPD-Landtagsabgeordnete
: Dorothea Kliche-Behnke will SPD-Chefin werden

„Wenn nicht klar ist, wofür wir stehen, hilft auch die beste Kommunikation nicht“, sagt Dorothea Kliche-Behnke: Um das zu ändern, kandidiert sie als Landesvorsitzende der Sozialdemokraten.
Von
Moritz Siebert
Tübingen
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Dorothea Kliche-Behnke, SPD-Kandidatin Landtagswahl Baden-Württemberg 2026, hier vor der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Dorothea Kliche-Behnke.

Carolin Albers (Archiv)
  • Dorothea Kliche-Behnke kündigt ihre Kandidatur für den SPD-Landesvorsitz an.
  • Sie kritisiert unklare Positionen der SPD und will deren Profil schärfen.
  • Parteitag mit Neuwahlen ist am 20. Juni – Andreas Stoch tritt zurück.
  • Robin Mesarosch und Isabel Cademartori bewerben sich als Doppelspitze.
  • Kliche-Behnke setzt auf Arbeitspolitik, Familienalltag und kommunale Stärke.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Tübinger Landtagsabgeordnete Dorothea Kliche-Behnke (SPD) wird für den Landesvorsitz ihrer Partei kandidieren. Das kündigte sie am Freitagabend (17. April) im Landesvorstand an. „Die SPD ist in Baden-Württemberg keine Volkspartei mehr“, so Kliche-Behnke gegenüber der SÜDWEST PRESSE. „Diese Rolle haben wir in den letzten Jahren im Parteiensystem, in der Gesellschaft und auch in unserer Mitgliederbasis schrittweise verloren.“ Dieser Wahrheit müsse man ins Auge blicken und die richtigen Schlüsse ziehen. Das „donnernde Sowohl-als-auch“ habe die Partei in früheren Zeiten gut getragen, heute schwäche es sie. „Wenn nicht klar ist, wofür wir stehen, hilft auch die beste Kommunikation nicht. Um das zu ändern, kandidiere ich als Landesvorsitzende.“

Die kommunale Stärke besser nutzen

Der SPD-Landesvorstand hatte im März beschlossen, den Landesparteitag mit Neuwahlen des Landesvorstands vorzuziehen, um eine personelle und politische Neuaufstellung der Partei schnell einzuleiten. Der Parteitag soll am 20. Juni sein. SPD-Landeschef Andreas Stoch hatte nach der Landtagswahl bereits am Wahlabend seinen Rückzug als Landes- und Fraktionsvorsitzender erklärt. Ihre Kandidatur um den Vorsitz haben auch Robin Mesarosch, von 2021 bis 2025 Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Zollernalb-Sigmaringen, und Isabel Cademartori, Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Mannheim, bekannt gegeben. Die beiden wollen als Doppelspitze antreten.

„Ich will ein starkes Netzwerk von Betriebsrätinnen und Betriebsräten aufbauen, um ihre Perspektiven direkt in die SPD einzubringen“, erklärt Kliche-Behnke zu ihrer Kandidatur. „So bekommt das Thema Arbeit wieder den zentralen Stellenwert in unserer Politik.“ Gleichzeitig kenne sie den Alltag vieler Familien sehr konkret, so Kliche-Behnke weiter: „Ich weiß, was es bedeutet, Familie, Beruf und Engagement miteinander zu vereinbaren.“ Außerdem fordert sie, die kommunale Stärke der Partei besser zu nutzen: „In den Rathäusern gewinnen Sozialdemokraten in Baden-Württemberg Wahlen, ihre Realität muss uns jetzt leiten.“

Kliche-Behnke ist seit 2021 im Landtag. Bei der Wahl 2026 kandidierte sie hinter Landeschef Stoch auf Listenplatz 2 und zog am 8. März wieder über die Landesliste ein. Seit 2016 gehört Kliche-Behnke dem Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg an, seit 2018 als eine von vier stellvertretenden Landesvorsitzenden. Seit 2026 ist sie Parlamentarische Geschäftsführerin ihrer Fraktion.