Tübinger Kinder-Uni
: Der Zoodirektor und die Elefanten

In diesem Jahr können die Kinderstudenten und -studentinnen etwas übers Immunsystem erfahren, über Städte und das Polareis, das Rechnen mit Fingern und warum wir morgens immer so müde sind.
Von
Ulrich Janßen
Tübingen

Kinder-Uni-Forschertag im Biochemielabor.

Fabian Renz

Fa st jedes Kind war schon mal in der Wilhelma, doch ihren Direktor kennen die wenigsten. Am 16. Juli kommt Thomas Kölpin deshalb mal nach Tübingen, um hier den letzten von sechs Kinder-Uni-Vorträgen zu halten. Die vom TAGBLATT gemeinsam mit der Universität gestartete Vorlesungsreihe beginnt in diesem Jahr am Dienstag, 28. Mai.

In der ersten Vorlesung am 28. Mai lädt Prof. Ellen Widder zu einer Reise durch die mittelalterliche Geschichte ein. Ihre Frage und fragt lautet: „Warum gibt es Städte und Dörfer?“

Die Immunologin Prof. Sandra Beer-Hammer beschäftigt sich am Dienstag, 4. Juni, mit dem körpereigenen Sicherheitsdienst, dem Immunsystem. Sie gibt Antworten auf die Frage „Warum brauchen wir ein Immunsystem?“

Das nächste Thema verspricht Abkühlung: Minus 30 Grad sind für Ilka Weikusat nichts Ungewöhnliches. Die Eisforscherin (Glaziologin) untersucht die Eigenschaften des Eises auf Grönland und in der Antarktis. In ihrer Vorlesung am 25. Juni fragt sie gemeinsam mit den Kindern: „Warum kann Eis Geschichten erzählen?“

Wie viel kostet eine Kinokarte plus eine Portion Popcorn? Jeder muss im Alltag hin und wieder seine Rechenkünste unter Beweis stellen. Viele haben sich dabei sicher schon gefragt „Warum nehmen wir beim Rechnen die Finger zur Hilfe?“ Professor Korbinian Möller aus der Angewandten Wissenspsychologie beantwortet diese Frage am 2. Juli.

Der Wecker klingelt morgens, es ist Zeit zum Aufstehen, doch man ist immer noch müde - diese Situation kennt vermutlich jedes Kind. Und stellt sich die Frage: „Warum sind wir morgens immer so müde?“ Am 9. Juli geht Prof. Christoph Randler zusammen mit den Zuhörerinnen und Zuhörern dieser Frage auf den Grund. Randler ist Biologe und erforscht, wie man diese Wissenschaft am besten lehren kann.

Am 16. Juli ist der Direktor der Wilhelma, Thomas Kölpin, zu Besuch an der Universität Tübingen. Thomas Kölpin ist Biologe und von Elefanten fasziniert. Besonders interessiert ihn das Sozialverhalten der Dickhäuter. In seiner Vorlesung fragt er gemeinsam mit den Kindern „Warum leben Elefanten in Familien?

Im Rahmen der Kinderuni findet diesmal auch wieder ein Kinderkonzert statt. Am Sonntag, 21. Juli, um 17 Uhr im Festsaal der Universität (Neue Aula, Geschwister Scholl Platz) wird die Orchester-Fantasie Scheherazade des Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow aufgeführt. Es spielt das Orchester der Universität unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung. Das Werk beruht auf den Märchen aus „Tausendundeine Nacht“ und beschreibt gleich zu Beginn, wie das Schiff von Sindbad, dem Seefahrer, aufs Meer hinausfährt. Danach können die Kinder, wenn sie Lust haben, noch das 2. Klavierkonzert von Johannes Brahms anhören. Das Konzert richtet sich an Kinder ab sechs Jahren und dauert rund 90 Minuten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, der Eintritt ist frei.

Sehr beliebt ist auch der Kinder-Uni-Forschertag. Am Samstag, 6. Juli, können Kinder dann selbst zu Forscherinnen und Forschern werden und in Workshops Wissenschaft hautnah erleben. Anmelden kann man sich dazu ab Montag unter Kinder-Uni-Forschertag auf der universitären Homepage uni-tuebingen.de. Im Netz findet sich auch das komplette Programm.

Die Kinder-Uni-Vorlesungsreihe wird seit 2002 gemeinsam von der Universität Tübingen und dem TAGBLATT veranstaltet. Die Idee wurde von über 200 Universitäten in ganz Europa aufgegriffen und 2005 mit einem Preis der Europäischen Union ausgezeichnet.

So funktioniert die Kinder-Uni

Immer dienstags um 17 Uhr (außer in den Ferien) kommen bei der Kinder-Uni Wissenschaftler in den Kupferbau-Hörsaal 25, um große Fragen so zu beantworten, dass auch kleinere Kinder es verstehen. Die Vorlesungen sind kostenlos und dauern etwa eine Dreiviertelstunde. Sie richten sich an Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren. Im Hörsaal sind die Sitzplätze für Kinder reserviert, Erwachsene sind nur in Begleitung von Kinder zugelassen.

Vor den Vorlesungen kann man sich einen Kinder-Uni-Schein holen und ihn stempeln lassen. Wer mehr als vier Stempel gesammelt hat, bekommt am Ende ein Kinder-Uni-Diplom. Vor den Vorlesungen kann man sich im Foyer auch Blocks und Stifte von der Kreissparkasse holen. Die Tübinger Bank unterstützt die Kinder-Uni seit vielen Jahren.