Tübinger Europaplatz
: BI Stadtpark ist gegen eine Bebauung

Die acht Varianten zur Gestaltung der Entwicklungsfläche stellt die Stadtverwaltung bei einer Infoveranstaltung am 9. Juli vor. Im Vorfeld setzt sich die BI Stadtpark Europaplatz für eine Grünfläche ein.
Von
Sabine Lohr
Tübingen
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Baufeld, Europaplatz, ZOB, Hauptbahnhof

Was soll mit der sogannten Entwicklungsfläche auf dem Europaplatz geschehen? Eine Bürgerinitiative will, dass sie begrünt wird.

Carolin Albers/Archiv
  • Tübinger Bürgerinitiative fordert, die Fläche des alten ZOB in eine Grünfläche umzuwandeln.
  • Kritik an geplanter Bebauung: Hitze, Versiegelung und fehlende Beschattung verschärfen Probleme.
  • Stadtverwaltung präsentiert am 9. Juli acht Varianten, darunter eine Mischung aus Bau und Grün.
  • BI warnt vor „städtebaulicher Fehlentscheidung“ und fordert klimaresiliente Entwicklung.
  • Entscheidung des Gemeinderats zur Flächennutzung soll in wenigen Wochen fallen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Tübingen rutscht im Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe vom grünen in den gelben Bereich und gehört damit zu den überhitzten Städten in Deutschland“, schreibt die Bürgerinitiative Stadtpark Europaplatz in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig halte die Stadtverwaltung an ihren Plänen zur Bebauung des alten ZOB fest. Die BI fordert den Gemeinderat nun nachdrücklich zum Umdenken auf.

„Die aktuellen Temperaturen von weit über 30 Grad zeigen: Extreme Hitze wird zukünftig in den Sommermonaten der Normalfall in Städten sein. Dass Tübingen im Städte-Ranking gerade jetzt den Status ‚grün‘ verliert, ist ein Warnsignal, das die Stadtverwaltung keinesfalls ignorieren darf“, wird Martina Scheytt-Lempp, Gründerin und Sprecherin der Bürgerinitiative Stadtpark Europaplatz, in der Pressemitteilung zitiert.

In wenigen Wochen soll im Gemeinderat die Entscheidung über die künftige Nutzung der Fläche des alten ZOB fallen. Alle Zeichen stünden dabei auf Bebauung und damit einer dauerhaften Versiegelung der Fläche. Dabei müsse jetzt so viel entsiegelt und begrünt werden wie möglich. Denn: „Nach der gelben kommt die rote Karte.“

„Städtebauliche Fehlentscheidung“

„Gerade jetzt, in diesem extrem heißen Juli, will man vom Gemeinderat grünes Licht bekommen für eine dichte Bebauung mit bis zu sieben Stockwerken. Das könnte eine der folgenschwersten städtebaulichen Fehlentscheidungen der letzten Jahrzehnte werden“, warnt  Scheytt-Lempp.

Das Bahnhofsumfeld sei zwar gerade aufwändig neu gestaltet und optisch aufgewertet worden, doch es fehle an Beschattung und Grün. Eine enge Bebauung mit mehreren großen Gebäuden werde das Problem verstärken: „Stein und Beton speichern die Hitze und geben sie nachts an die Umgebung ab, eine nachhaltige Abkühlung wird nicht erreicht. Zudem werden kalte Luftströme durch die Baukörper unterbrochen. Die Folge: Der Europaplatz wird im Sommer zum Backofen und zum Gesundheitsrisiko für die Menschen, die sich dort aufhalten.“

Die Bürgerinitiative appelliert daher nachdrücklich an den Gemeinderat und fordert, die Pläne zur Bebauung zu stoppen und stattdessen eine klimaresiliente Entwicklung des Platzes unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger anzustreben.

Informationen am 9. Juli

Bei der städtischen Informationsveranstaltung am Mittwoch, 9. Juli (Beginn 19 Uhr im Museum, Uhlandsaal) werden die acht Varianten vorgestellt. Insbesondere geht er dabei auf die von der Stadtverwaltung favorisierte Variante ein, die eine Mischung aus Bebauung und Grünflächen vorsieht. Auf tuebingen.de/zob-entwicklungsfläche sind alle Varianten eingestellt.