Tübingen · Wohnungsmarkt: Polizei warnt Studierende vor Betrügern

Die Polizei warnt Erstsemester vor Abzocke bei der Wohnungssuche.
Hans-Jörg SchweizerViele künftige Erstsemester haben in diesen Tagen ihre Zulassung an den Hochschulen bekommen, nun steht die Wohnungssuche an. Und das in Städten, auf denen wie in Tübingen bezahlbarer Wohnraum sehr schwer zu finden ist. Das nützen Betrüger aus: Sie locken auf Immobilienportalen im Netz mit niedrigen Mietpreisen, schönen Bildern und guter Lage. „Kriminelle erschleichen damit persönliche Daten und fordern hohe Gebühren oder Kautionen“ warnt Ute Scholpp, Leiterin der Landeskriminalprävention des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg. Denn wer die angeblichen Vermieter kontaktiert, steht am Ende ohne Wohnung da - und verliert sein Geld.
Mehrfach hat das TAGBLATT bereits über solche Abzocke-Tricks berichtet: Oft erklären die angeblichen Vermieter der Traumwohnung, sie lebten im Ausland. Aber sobald die Kaution überwiesen sei, bekomme man die Schlüssel zugeschickt - auf die warten die Interessenten dann aber vergeblich, und das Geld ist futsch. Manchmal stehen plötzlich Menschen mit ihren Koffern vor der Tür von ahnungslosen Mietern und wollen einziehen, weil die Betrüger die Adresse der Wohnung im Netz benutzt haben: In Derendingen kam das vor zwei Jahren vier Mal in wenigen Wochen vor.
Vor diesen Tricks warnt nun das Landeskriminalamt speziell Studierende. Dazu hat es Broschüren an die Hochschulen im Land verschickt. Das sind die wichtigsten Tipps der Polizei:
Vorsicht bei besonders günstigen Wohnungsangeboten. Es ist sinnvoll, das Angebot mit dem örtlichen Mietspiegel oder ähnlichen Wohnungsangeboten zu vergleichen.
Niemals eine Vorauszahlung leisten. Eine Kaution sollte erst bezahlt werden, wenn die Wohung besichtigt und der Mietvertrag unterschrieben ist.
Die Polizei rät, die Objektbeschreibungen in den Annoncen mit den gezeigten Fotos und der angegebenen Wohngegend genau abzugleichen.
Am besten auf einem persönlichen Treffen mit den Vermietern bestehen. Wenn Sie angeblich im Ausland leben, ist Misstrauen angesagt.
Niemals persönliche Daten an unbekannte Personen herausgeben.
Die Mails sorgfältig prüfen und nicht einfach auf Links klicken oder Anhänge öffnen.
Kommt einem eine Wohnungsanzeige verdächtig vor, sollte sie beim Wohnungsportal gemeldet werden.
Wer auf solche Betrüger hereinfällt, sollte unbedingt die Polizei einschalten.
Das neue Infoblatt „Betrug bei der Wohnungssuche“ kann unter www.praevention.polizei-bw.de heruntergeladen werden.