Tübingen · Wissenschaft
: Das Programm der Kinder-Uni - Mehr als nur ein Mond

Die Tübinger Kinder-Uni startet am 2. Mai mit einem Ausflug zur berühmtesten Spielstätte des antiken Roms - dem Kolosseum.
Von
ST
Tübingen

Spannend, so ein Vollmond: Werwölfe mögen ihn, und am 21. Juli 1969 war hier der Landeplatz von Apollo 11.

Ulrich Metz

In sechs Vorlesungen geht es um Gladiatoren im antiken Rom, warum es manche Kinder in der Schule leichter haben als andere, und warum Vögel singen: Die Kinder-Uni startet am 2. Mai. Eingeladen sind alle interessierten Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren.

„Warum haben die Römer das Kolosseum in Rom gebaut?“, fragt Prof. Cristina Murer am Dienstag, 2. Mai. Die berühmtesten Gladiatoren der Antike, die wildesten Tiere aus den exotischen Ländern und sogar legendäre Seeschlachten - all das gab es im Kolosseum, der berühmtesten Spielstätte des antiken Roms, zu sehen. Doch was brachte die Römer vor fast 2000 Jahren dazu, das größte Amphitheater dieser Zeit in Rom zu errichten und warum ist das Kolosseum so einzigartig?

Prof. Christoph Fasel geht am Dienstag, 9. Mai, der Frage nach: „Warum dürfen Journalisten nicht lügen?“ Wir alle benötigen wahrheitsgemäße Informationen. In dieser Vorlesung wird besprochen, warum Journalistinnen und Journalisten sich verpflichten, zu überprüfen, ob ihre Informationen auch stimmen - und wie man zwischen Fakten und Meinungen unterscheiden kann: „Wie können wir selbst Quellen prüfen und kritisch hinterfragen, um beispielsweise Fake News zu entlarven?“

„Warum haben manche Kinder gute Noten und andere nicht?“ (Dienstag, 16. Mai). In diesem Vortrag berichten Prof. Claudia Friedrich und Prof. Caterina Gawrilow über Superkräfte in der Schule. Manche Kinder nutzen sie besser als andere. Denn während manche Kinder scheinbar mühelos durch die Schulzeit gehen, haben andere mit den gleichen Herausforderungen stärker zu kämpfen. Woran kann das liegen? Es wird angeschaut, welche Rolle Anstrengung und Begabung spielen und wie diese beiden Faktoren zusammenspielen. Außerdem werden sich alle ansehen, ob es Unterschiede in der schulischen Leistung zwischen Jungen und Mädchen gibt und wie dies zu erklären ist - und welche Rolle die Bildung der Eltern spielt.

Mit Auguste Schulz und dem KI-Makerspace geht es Dienstag, 23. Mai, um: „Warum schwindelt künstliche Intelligenz manchmal?“ In vielen Geräten, die alle benutzen, steckt heutzutage künstliche Intelligenz (KI). Das ist wie ein kleines Computer-Gehirn, das Denkaufgaben für Menschen erledigen kann. Zum Beispiel kann es helfen, die Hausaufgaben zu machen, indem es sagt, welche Antworten richtig oder falsch sind. Aber manchmal macht die künstliche Intelligenz auch Fehler und das kann dazu führen, dass sie falsche Antworten gibt. Sehr oft verrät sie dabei aber nicht, dass sie geschwindelt hat und sich unsicher war. In dieser Vorlesung lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, warum KI manchmal Fehler macht und was das bedeuten kann. Außerdem gibt’s spannende Infos über den Tübinger KI-Makerspace und sein Angebot für Schülerinnen und Schüler.

„Warum sieht der Mond immer anders aus?“, will Prof. Jan-Philipp Burde am Dienstag, 13. Juni, wissen. Der Mond scheint regelmäßig seine Form zu ändern: Manchmal ist ein Vollmond zu sehen, manchmal ein Halbmond und manchmal nur eine Mondsichel. In dieser Vorlesung soll nicht nur der Frage nachgegangen werden, warum der Mond in so unterschiedlichen Formen erscheint, sondern auch, ob es neben „unserem“ Mond noch andere Monde in unserem Sonnensystem gibt.

„Warum singen Vögel?“ (Dienstag, 20. Juni): Singvögel sind nicht nur schön anzusehen und zu hören, sondern auch erstaunlich schlau, findet Prof. Lena Veit. Sie lernen ihren Gesang von ihren Eltern. In dieser Vorlesung geht es darum, warum Singvögel singen und welche Funktion ihr Gesang hat. Die jungen Forscherinnen und Forscher werden sich auch anschauen, wie Singvögel ihren Gesang lernen. Durch diese Einblicke in die Forschung werden sie ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie das Gehirn von Singvögeln funktioniert und wie sie ihr Verhalten an ihre Umwelt anpassen können.

Sechs Vorlesungen und ein Kinder-Forscher-Tag

Neben der Kinder-Uni-Vorlesungsreihe gibt es in diesem Sommer auch wieder einen Kinder-Uni-Forschertag in Tübingen. Am Samstag, 1. Juli, ist nicht nur zuhören, sondern auch mitmachen angesagt: Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren können in kleineren Veranstaltungen und Workshops Institute der Universität kennenlernen und selbst mitforschen. Das Programm wird im Mai unter uni-tuebingen.de/de/2626 mit weiteren Informationen zur Anmeldung veröffentlicht.

Die sechs Vorlesungen der Kinder-Uni finden jeweils dienstags um 17 Uhr im Hörsaal 25 (Kupferbau, Hölderlinstraße 5) statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Eltern sind willkommen, werden jedoch gebeten, die Sitzplätze den Kindern zu überlassen und bei Bedarf in den hinteren Reihen Platz zu nehmen. Alle Informationen gibt’s auch unter: uni-tuebingen.de/kinder-uni.