Tübingen · Veranstaltungen: Erbe-Lauf ist abgesagt, UPM steht auf der Kippe

Alles voll: So wird es nicht sein in diesem Jahr auf dem umbrisch-provenzalischen Markt. Keine Läufer werden durchs Getümmel rennen, keine Besucher dicht an dicht italienische und französische Spezialitäten kosten.
Ulrich Metz„Wir planen gerade eine kleine Version des Marktes“, so Harsch. Ordnungsamtsleiter Rainer Kaltenmark sei in Gesprächen mit den Händlern, Kulturamtsleiterin Dagmar Waizenegger mit den Partnerstädten Perugia und Aix en Provence. „Viele Händler wollen kommen, schließlich ist das ihr größter Umsatz im Jahr“, so Harsch. Manche aber hätten auch abgesagt.
Die kleine Version des umbrisch-provenzalischen Marktes würde eher einem Wochen- oder Regionalmarkt ähneln. Zudem wolle die Stadtverwaltung die Gaststätten, die zurzeit ihre Umsätze über die Außengastronomie machen, nicht wieder zurückdrängen. „Vielleicht könnten sie Produkte des Marktes anbieten“, überlegt Harsch.
Auch über einen Onlineshop beraten die Veranstalter. Über diesen könnten sich die Kunden Warenkörbe mit Produkten verschiedener Händler zusammenstellen lassen, die sie dann auf dem Markt abholen.
„Wie und ob wir den Markt machen, ist eine Frage der Risikoabschätzung“, sagt Harsch. Wenn es nicht gelinge, den Markt so auszurichten, dass die Abstandsregeln eingehalten werden, könne er nicht stattfinden. „Wenn es aber acht Wochen lang keine Corona-Neuinfektionen im Landkreis gibt, wäre eine Absage schwierig zu vermitteln.“
Bildergalerie: Der UPM 2019
Das Problem sei, dass man einerseits die Entscheidung darüber, ob der Markt stattfindet oder nicht, so lange wie möglich hinausschieben wolle, er andererseits aber auch einen gewissen Vorlauf brauche. „Wir müssen jetzt planen, als ob er stattfindet, es kann aber sein, dass wir ihn am Ende doch absagen müssen, weil die Reproduktionszahl des Coronavirus wieder gestiegen ist.“ Man könne aber eben nur machen, was vertretbar sei - „und schauen, um welchen Preis es machbar ist“.
Während der Coronakrise habe der HGV bewiesen, dass er zu schnellem Handeln in der Lage sei, sagt Braun. Das sehe man etwa an der schnell entwickelten Verkaufsplattform tueshop.de. Dennoch: Ein umbrisch-provenzalischer Markt ohne große Gastrostände sei eben nur die halbe Miete. Letztendlich werde der Markt in diesem Jahr „weit entfernt von dem sein, was wir uns wünschen“.
1995 richteten Stadt, HGV und Hotel- und Gaststättenverband den ersten provenzalischen Markt auf dem Marktplatz aus. 32 Stände gab es, davon 15, die von fanzösischen Anbietern bestückt waren. Auch damals schon war der Markt am Stadtlaufwochenende. Höhepunkt war die Teilnahme von Dieter Baumann an diesem zweiten Stadtlauf. Ein Jahr später wurde aus dem Markt ein umbrisch-provenzalischer. Inzwischen ist der markt an fünf statt an drei Tagen. Die 90 Stände erstrecken sich durch die gesamte Altstadt. 2019 kamen 150000 Besucher.