Tübingen · Ukraine-Krieg
: Stadtwerke Tübingen: Gasversorgung ist vorerst noch sicher

Auf lange Sicht rechnen die Stadtwerke Tübingen aber mit weiter steigenden Gaspreisen.
Von
rum
Tübingen

Symbolbild: maho/fotolia.com

Nicht gesetzt

Momentan sind die Gasspeicher in Deutschland zu etwa 30 Prozent gefüllt. Das sei ein für diese Zeit zwar vergleichsweise niedriger Speicherstand, „jedoch sollten sich damit die nachfragestarken Wintermonate überbrücken lassen“, sagt Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen auf Nachfrage des TAGBLATTs. Als Versorgungsunternehmen beobachte man die Entwicklung in der Ukraine jedoch mit Sorge. Russland liefert noch mehr als die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Erdgases, hinzu kommt Gas aus Norwegen und den Niederlanden. Zudem werden demnächst rund 7 Milliarden Kubikmeter Flüssig-Erdgas per Großtanker aus den USA erwartet: „Daher ist die Sicherheit der Erdgaslieferungen an unsere Kunden nach unserer Einschätzung aktuell nicht gefährdet.“

Einstellung der Gaslieferungen?

Ob nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine letztendlich die russischen Gaslieferungen eingestellt werden könnten, sei derzeit nicht zu beurteilen. Allerdings sei zu beobachten, dass die Preise für Erdgas auf den Großhandelsmärkten, wo auch die Stadtwerke einkaufen, deutlich gestiegen sind. Mit dem Beginn der Eskalation sei ein weiterer Preisschub bei den Bezugskosten für Erdgas zu erwarten, der sich auf zukünftige Gas-Preise hier auswirken könne. „Momentan profitieren die Stadtwerke-Bestandskunden von günstigen Eindeckungskonditionen aus den Vorjahren“, sagt Wiebecke. Derzeit wirken sich also die starken Preissteigerungen der letzten Zeit bei den Stadtwerke-Erdgastarifen noch nicht so stark aus, weil die Stadtwerke „dank einer auf Weitsicht basierenden Beschaffungsstrategie“ auf lange Sicht eingekauft haben. Dies wirke sich im Falle sehr hoher Preise „zum Vorteil der Endkunden preisdämpfend aus“. Dennoch, schränken die Stadtwerke ein, „haben dauerhaft hohe Erdgaspreise natürlich auch Einfluss auf die zukünftigen Erdgas-Tarife der Stadtwerke“.