Tübingen: Schloss Roseck: Verkehr könnte Problem sein

Bild: Ulrich Metz
Nicht gesetztAus Schloss Roseck soll ein Tagungs- und Veranstaltungsort werden, auch Wohnen soll dort möglich sein (wir berichteten). Ein Problem, das sich daraus ergibt, ist der Verkehr: Für Veranstaltungen müssen Caterer ihre Buffets ins Schloss bringen, Getränkelaster müssen das Schloss erreichen, und auch die künftigen Bewohner wollen vermutlich nicht erst über eine halbe Stunde zu Fuß gehen müssen, um einzukaufen, auszugehen oder nach Hause zu kommen. Parken jedoch soll beim Schloss laut Architekt Stefan Sindlinger möglichst niemand.
Die Zufa hrt zum Schloss ist über nur eine Erschließungsstraße möglich. Sie biegt von der Bundesstraße hinter Unterjesingen ab und führt durch Gebiete, die unter besonderem Schutz stehen. Die Leiterin des städtischen Fachbereichs Planen, Entwickeln, Liegenschaften, Barbara Landwehr, nennt Naturschutz, Vogelschutz, Natura-2000-Gebiet und Landschaftsschutz als Hemmnisse für den Verkehr. „Es geht nicht nur um die Straßenbreite und den Zustand“, betont sie. Diese beiden Faktoren spielten eine Rolle, als 2007 der damalige Besitzer Markus Eggenweiler schon einmal vorhatte, das Schloss für Veranstaltungen zu nutzen. Das scheiterte dann zwar nicht am Straßenausbau oder an den Kosten für die damals vorgesehenen knapp 20 Ausweichbuchten, sondern an Mängeln im von Eggenweiler betriebenen Pflegeheim.
Der Natu rschutz kam damals nicht zur Sprache. Aber jetzt. „Wir hatten kürzlich erst ein Gespräch mit der unteren Naturschutzbehörde“, so Landwehr. Es werde überlegt, ob man an einer Weggabelung etwa auf halbem Weg einen kleinen Wanderparkplatz bauen könnte. Und es werde ein Verkehrskonzept erarbeitet. Einfach jedenfalls werde es nicht, die Zufahrt so zu regeln, dass sie mit den Schutzthemen in Einklang stehen. „Es ist eine ziemlich große Aufgabe, die Zufahrt so in die Landschaft einzubinden, dass man das vertreten kann“, so Landwehr. Jedenfalls werde es ein aufwändiger und langer Planungsprozess, der viele Schritte brauche.
Einer dieser Schritte ist ein Verkehrsgutachten, das untersucht, wie viel Verkehr entstehen wird. „Wir suchen einen pragmatischen Weg, aber er muss vertretbar sein“, verspricht Landwehr. Im Zweifel müsse man später noch mal nachsteuern. Die Lösung könne aber auf keinen Fall ein größerer Parkplatz bei Schloss Roseck sein. „Es wird eher um Beschränkungen gehen“, sagt die Stadtplanerin. slo