Tübingen
: Rechtschaffenes Leben nicht in die Wiege gelegt

Das Tübinger Landgericht verurteilte am Mittwoch den dritten Bruder eines Betrüger-Clans zu sechs Jahren und drei Monaten Haft.
Von
Hans-Jörg Schweizer
Tübingen

Landgericht Tübingen.

Sommer

Die Masche der Enkeltrick-Betrüger

Keiler heißen im Jargon Betrüger, die vom Ausland aus mit Wegwerf-Handys ältere Leute anrufen, sich als Verwandte in Geldnot ausgeben und ihre Opfer dazu bringen, zigtausend Euro Bargeld herauszugeben. So genannte Logistiker koordinieren parallel dazu telefonisch die Läufer, die das Geld bei den Opfern in Deutschland abholen. Eine solche Läuferin schnappte die Polizei 2014 in Tübingen auf frischer Tat, später auch ihren Mann, der als Fahrer fungierte. Beide wurden 2015 in Tübingen zu je drei Jahren Haft verurteilt.

Die Aussagen der Läufer führten die Ermittler zu denKöpfen der Bande: ein älteres Paar. Die Frau wurde 2015 in Tübingen zu neun Jahren, der Mann zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Die drei Söhne des Paares standen jetzt als Keiler und Logistiker vor dem Tübinger Landgericht.