Tübingen
: Rechte Störaktion beim CSD

Am Rand der Tübinger „Christopher Street Day“-Parade am vorletzten Wochenende gab es eine Störung, die allerdings kaum wahrzunehmen war.
Von
ran
Tübingen

Schwäbisches Tagblatt

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Organisierte extreme Rechte entrollten auf dem Dach der Mensa in der Uhlandstraße ein Banner mit der Aufschrift „Zapfenstreich statt CSD“. Später veröffentlichen sie einen Bericht darüber auf einem den Identitären nahestehendem Newsportal unter der Überschrift „Patriotischer Protest bei der CSD Parade in Tübingen“. Verantwortlich zeichnete eine Gruppe, die auf Instagram als „Schwaben-Bande“ firmiert. Bei der Aktion wurden mindestens acht Personen beobachtet, vor allem jüngere Männer.

Die Veranstalter des Tübinger CSD wollten sich auf unsere Anfrage zu dem Vorfall nicht äußern, jedoch Janka Kluge vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) und Mitgl ied des Sprechendenrats des LSBTTIQ-Netzwerks in Baden-Württemberg: Sie sieht es als „Skandal, dass Sympathisanten und Mitglieder der sogenannten Identitären Bewegung beim CSD in Tübingen gegen die Emanzipation der queeren Bewegung demonstriert haben. Sie stellen sich damit in eine Reihe mit Neonazis, die im sächsischen Taucha einen CSD angegriffen haben, und Abgeordneten der AfD im Bundestag, die den CSD am liebsten verbieten würden“.