Tübingen
: Neckarabschwimmen: Zum Jubiläum ins eisige Nass

An Dreikönig wird in Tübingen bereits zum 50. Mal getaucht.
Von
ST
Tübingen

1982 lag Schnee, als diese Tübinger auf Tauchstation gingen.

Manfred Grohe

Etwa acht Grad kalt ist der Neckar gerade. Das schreckt die Tauchergruppen mehrerer Feuerwehren aber nicht ab, wie jedes Jahr am Dreikönigstag, Freitag, 6. Januar, gegen 11.50 Uhr in den Fluss zu steigen und von der Stocherkahn-Slipstelle beim Freibad bis zur Neckarbrücke zu schwimmen. Dazu brauchen die 115 Taucher je nach Strömung 30 bis 40 Minuten.

Seit 50 Jahren üben die Taucher der Feuerwehr an Dreikönig das Schwimmen im kalten Neckar. Zu Beginn, 1973, war es noch eine kleine Gruppe, die diese „Winterübung und Gewöhnung an vereiste und kalte Gewässer“ absolvierte. Die Strecke reichte damals vom Campingplatz bis zur Jugendherberge. Nicht immer hatten die Taucher dabei Wetterglück. 1982 etwa lag nicht nur hoher Schnee, sondern es schneite auch (siehe Bild). Seit 2020 starten die Taucher bei der Slipshelle, weil der Neckar beim Freibad renaturiert wurde und die Fische gerade laichen.

Das kürzeste Neckarabschwimmen dauerte nur 23 Minuten, weil der Neckar viel Wasser hatte. Beim längsten waren die Taucher bei sehr geringer Strömung eine Stunde und zehn Minuten unterwegs. Ganz besonders war das Neckarabschwimmen in den Jahren Jahr 2010 und 202 0: Weil die Tauchergruppe Tübingen ihr 40- und dann 50-jähriges Bestehen und die Reutlinger Gruppe ihr 20- und 30-jähriges feierte, schwammen die 110 Taucher im Fackelschein und mit Feuerwerk.

Ganz so spektakulär wird es dieses Mal nicht, auch wenn es das 50. Neckarabschwimmen ist. Erwartet werden Taucher der Feuerwehren Tübingen, Reutlingen, Heidelberg, Stuttgart, Esslingen, Heilbronn, Mengen, Ertingen, Maintal, die DLRG Wasserrettungsgruppe Neckar-Alb, DLRG Tübingen und befreundete Hobbytaucher. Sie tragen gute Taucheranzüge, Handschuhe, Füßlinge, Brille, Schnorchel und Flossen. Wenn sie aus dem Wasser kommen, gehen sie zum Duschen und Umkleiden ins Uhlandbad und werden danach ins Feuerwehrhaus gefahren, wo es ein warmes Essen und Urkunden gibt. Die Tübinger Tauchergruppe besteht aus 18 ausgebildeten Tauchern, die fünf bis zehn Mal im Jahr in den Landkreisen Tübingen und Reutlingen - und bei Bedarf auch außerhalb davon - im Einsatz sind. Sie retten Menschen und Tiere in Notlagen an und in Gewässern, machen Sucheinsätze, bergen Leichen und halten Sicherheitswachen an Gewässern bei Veranstaltungen.