Tübingen
: Im Brechtbau vor der Studentin masturbiert: Das sagen die Opfer

Immer wieder zeigen sich im Brechtbau Exhibitionisten. Eine Studentin schildert, wie so ein Vorfall abläuft.
Von
Ronja Engels
Tübingen

Der Brecht-Bau in Tübingen.

Metz

Der Brechtbau hatte sich am vergangenen Freitag gegen 17 Uhr schon deutlich geleert. Im Erdgeschoss lernten lediglich noch ein paar Studentinnen, darunter zwei Masterstudentinnen. Als Anna und Lisa (die Namen wurden von der Redaktion geändert) ein Mann auffiel, der die beiden offenbar gezielt mit seinem Smartphone filmte. Auch, wenn sie die Situation seltsam fanden, beachteten die beiden Frauen den Unbekannten nicht weiter.

30 Minuten später aber änderte sich die Situation so drastisch, dass sich die Freundin der Betroffenen ans TAGBLATT wandte. Anna berichtete, dass sie sich auf die Suche nach einem funktionierenden Drucker machte und ihre Freundin Lisa alleine ließ. Eine Situation, die der Unbekannte offenbar für sich nutzte, indem er auf Lisa zuging und begann, vor ihr zu masturbieren.

In Panik versuchte die junge Frau, ihre Freundin durch Handynachrichten zu erreichen - allerdings vergeblich. Kurz darauf floh der Mann bereits durch die Hintertür. Aus ihrem Schock gelöst, rannte das Opfer dem Mann hinterher und filmte die Flucht. Der Täter fuhr schließlich auf einem Fahrrad davon.

Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art auf dem Tübinger Unigelände. Allein seit 2017 wurden vor allem am Brechtbau neun ähnliche Vorfälle der Polizei gemeldet. Ob es sich um denselben Täter handelt, ist unklar. Die beiden Frauen fragen sich, warum gerade sie Opfer des Exhibitionisten geworden sind. Sie glauben, dass sie als lesbisches Paar und aufgrund ihres asiatischen Aussehens besonders interessant für Männer sind. Anna erklärt: „Ich wurde in der Öffentlichkeit bereits von Männern angesprochen, die mir erklärt haben, dass ihnen eine Chinesin als Sexpartnerin noch fehlen würde. Da kommt man sich vor wie der Punkt auf einer To-do-Liste.“

Polizei sucht Hinweise und Zeugen

Die Polizei beschreibt den mutmaßlichen Täter wie folgt: 20 bis 30 Jahre alt und 170 bis 180 Zentimeter groß. Der Mann hat eine dunkle Hautfarbe. Er trug eine Brille, karierte kurze Jeans, eine weiße Jacke und einen schwarzen Rucksack. Sachdienliche Hinweise können unter 07071/9728660 gemeldet werden.

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