Tübingen · Gelenkschmerzen: Bei Hüftprothesen zählt die Erfahrung

Schwäbisches Tagblatt
.Es schmerzt beim Loslaufen, unter Belastung, die Gelenke sind steif am Morgen und angeschwollen. Das alles können Anzeichen einer Arthrose sein. Im weiteren Krankheitsverlauf kommen dauerhafte Schmerzen im Gelenk, auch nachts und in Ruhe, sowie Bewegungseinschränkungen hinzu. 13 Prozent aller Versicherten bei der AOK waren 2021, wie die Krankenkasse jetzt mitteilte, wegen Arthrose in ärztlicher Behandlung, mussten sich unter Umständen sogar operieren lassen und bekamen eine Endoprothese, einen Gelenkersatz.
Qualitätsvertrag mit der BG
Doch was ist die beste Behandlung? Das wollen die AOK und die Berufsgenossenschaftliche Klinik Tübingen jetzt per Qualitätsvertrag regeln. Ziel ist, die optimale Behandlung für die Patienten zu finden. „Grundsätzlich wollen wir Komplikationen und jede unnötige Operation vermeiden“, sagt Prof. Tina Histing, die Ärztliche Direktorin
der BG Klinik Tübingen: „Für
eine erfolgreiche Hüft-OP sind die Erfahrung der Operateure und die standardisierten Abläufe in der behandelnden Klinik
maßgeblich.“
Das neue Konzept, das die AOK gemeinsam mit führenden Operateuren aus ganz Deutschland entwickelt hat, verpflichtet die teilnehmenden Krankenhäuser dazu, sich zu spezialisieren, Strukturen und Qualität ihrer Arthrose-Behandlungen kontinuierlich zu überprüfen und zu steigern. Die Klinik muss eine hohe Expertise aufweisen und auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sein.
Mehr Risiko bei geringer OP-Quote
Hintergrund ist: Patienten, die in Kliniken mit weniger als 45 Hüftimplantationen im Jahr behandelt werden, haben laut einer AOK- Statistik ein um mehr als 30 Prozent erhöhtes Risiko für Komplikationen. Im Gegensatz zu den Patienten, die in Kliniken operiert werden, die mehr als 200 Hüftimplantationen im Jahr vornehmen. In der BG Klinik Tübingen wurden im vergangenen Jahr 302 primäre Hüften implantiert, außerdem wurden 98 Wechseloperationen an der Hüfte vorgenommen.