Tübingen · Gegen das Vergessen
: Eine Zelle für 18 Inhaftierte

Der kubanische Dichter und Anwalt Roberto Quiñones Haces musste wegen „Ungehorsams“ ins Gefängnis.
Von
ST
Tübingen

Politischer Gefangener: Haces.

Nicht gesetzt

Roberto Quiñones Haces ist ein 63-jähriger Anwalt, Journalist und Dichter. Er wurde im August 2019 wegen „Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte“ und „Ungehorsams“ zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Am 11. September 2019 nahmen ihn die Behörden in Cienfuegos fest, weil er seine Haftstrafe nicht angetreten hatte. Seither befindet er sich im Gefängnis. Roberto Quiñones Haces ist ein gewaltloser politischer Gefangener, der nur deshalb inhaftiert ist, weil er sein Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen hat.

Er leidet unter gesundheitlichen Beschwerden, was ihn bei einer Ansteckung mit dem Corona-Virus in große Gefahr bringen könnte. Laut Angaben seiner Familie muss er sich mit mindestens 17 weiteren Inhaftierten eine kleine Zelle und Sanitäreinrichtungen teilen.

Die durch das Corona-Virus ausgelöste Infektionskrankheit Covid-19 breitet sich in kubanischen Gefängnissen immer rascher aus. Roberto Quiñones Haces muss deshalb umgehend und bedingungslos freigelassen werden.

Bitte schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den kubanischen Präsidenten und bitten Sie ihn, Roberto Quiñones Haces umgehend und bedingungslos freizulassen, da er nur aufgrund der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf Meinungsfreiheit inhaftiert wurde und wegen seines Gesundheitszustands in besonderem Maße durch Covid-19 bedroht ist. Fordern Sie ihn zudem auf, alle weiteren gewaltlosen politischen Gefangenen umgehend freizulassen und die Freilassung - ggf. unter Auflagen - von besonders durch Covid-19 bedrohten Inhaftierten zu erwägen, wie zum Beispiel. ältere und Menschen mit schweren Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.

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Schreiben Sie in gutem Spanisch, Englisch oder auf Deutsch an: President Miguel Díaz-Canel, Hidalgo Esq. 6, Plaza de La Revolución, CP 10400, La Habana, Kuba, E-Mail: despacho@presidencia.gob.cu, Facebook: @PresidenciaDeCuba, Twitter: @DiazCanelB, Anrede: Dear President / Sehr geehrter Herr Präsident. (Standardbrief Luftpost bis 20 g: 1,10 Euro)

Senden Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an: Botschaft der Republik Kuba, S. E. Herrn Ramon Ignacio Ripoll Diaz, Stavangerstraße 20, 10439 Berlin, Fax: 030 - 44 73 70 38, E-Mail: recepcion@botschaft-kuba.de (Standardbrief: 0,80 Euro). Bild: Amnesty

Info Jeden Monat veröffentlicht das TAGBLATT die Bitte der Menschenrechtsorganisation Amnesty International um Unterstützung für dringende Fälle von Gefangenschaft, Folter und Verfolgung in aller Welt. Ein Briefaufruf findet sich im Internet unter der Adresse www.ai-tuebingen.de, „Appellbriefe“.

Zwei Gefangene freigelassen – nach sechs Jahren

Am 23. Mai wurde Ebrahim Ahmed Radi al-Moqdad aus dem Jaw-Gefängnis in

Manama entlassen. Jehad Sadeq Aziz Salman, der im selben Fall

verurteilt worden war, kam bereits am 18. März frei. Die beiden Männer

waren am 23. Juli 2012 im Alter von 15 und 16 Jahren festgenommen

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worden. Sie waren in einem unfairen Gerichtsverfahren zu zehn Jahren Haft verurteilt, nachdem sie bei einer regierungskritischen Demonstration festgenommen worden waren. Die Vorwürfe lauteten unter anderem auf „Mordversuch an Polizisten“, „Anzünden von Autoreifen“, „unerlaubte Versammlung“. Laut einem ihrer Rechtsbeistände basierte ihre

Verurteilung auf „Geständnissen“, die man sie in Abwesenheit von

Rechtsbeiständen und Familienmitgliedern gezwungen habe zu

unterzeichnen,