Tübingen · Freizeit
: Freies Tanzen auf dem Steinenberg

Bei abendlichen Workshops in der Natur soll der Stress des Tages weggetanzt werden.
Von
Rebecca Felchle
Tübingen

Natascha Rosellen (rechts) leitet ihren Workshop.Bild: Carolin Albers

Nicht gesetzt

Obwohl das Wetter in diesem Frühsommer noch nicht sehr sonnig war, kommen Tanzbegeisterte regelmäßig auf dem Steinenberg zusammen, um sich dort frei in der Natur zu bewegen. Die Psychologin Natascha Rosellen leitet diese lockeren Treffen auf einem privaten Grundstück.

Mit Kopfhörern ausgestattet, werden die Teilnehmenden über ein Mikrofon bei ihren Bewegungen begleitet. Über die Kopfhörer läuft Musik, die zunächst etwas esoterisch erscheint. Die Anweisungen selbst haben ebenfalls spirituellen Charakter: „Begrüße die Erde unter dir“, spricht Rosellen in ihr Mikrofon. Diese Art zu tanzen nennt sich Conscious Dance, also bewusstes Tanzen, und zielt darauf ab, die Bewegungen zuzulassen, die der Körper von sich aus machen will, sagt die Leiterin. Manche Teilnehmenden haben beim Tanzen die Augen geschlossen, andere genießen die Aussicht auf Tübingen. Von ruhigem Wippen im Takt bis zu ausgelassenen Sprüngen, alles möglich.

Der Kopf schaltet ab

Die begleitenden Lieder wählt Rosellen aus ihrer Musikbibliothek auf dem Laptop aus, von dem sie alles steuert. Sie habe eine große Auswahl an Musik, und das Zusammenstellen der Stücke sei die eigentliche Arbeit. Instrumentale Musik mit fernöstlichem Charakter mischt sich mit fröhlichen Chansons, ruhigen Klavierklängen und Popsongs aus den Charts, zum Beispiel „Havana“ von Camila Cabello. „Ich überlege mir den Fokus, den ich bei der Liste von Liedern haben will, was ich damit bezwecken will und in welcher Reihenfolge sie laufen“, so Rosellen. Für ihre spezialisierten Workshops zu verschiedenen psychologischen Themen habe sie die Arbeit mit den Elementen für sich entdeckt, die in der freien Natur besonders gut möglich sei. Nach einem langen Tag sei es sehr befreiend, alle Sorgen für eine Weile zu vergessen und loszulassen, sagt die Psychologin: „Der Kopf schaltet ab.“