Tübingen: Flüchtlinge besser integrieren

Schwäbisches Tagblatt
.Der Tübinger Verein „Move on - menschen.rechte Tübingen“ fordert anlässlich des Weltflüchtlingstags der UNO am 20. Juni: „Flüchtlingspolitik muss sich an Humanität und Menschenrechten orientieren und die Fluchtursachen bekämpfen statt bloße Abwehrpolitik zu betreiben.“ Move on wendet sich gegen die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl und stellt in Frage, dass Abschiebungen Probleme lösen könnten. Für die kommunale Flüchtlingspolitik fordert der Verein neue Initiativen für gute Unterbringung und für die Arbeitsintegration von Flüchtlingen, auch durch ehrenamtliches Engagement. Dies sei wichtiger, „als diskriminierende Bezahlkarten einzuführen oder die Integration durch Dublin-Verfahren zu verunmöglichen“, schreibt der Verein in einer Pressemitteilung.
Move on ist eine von 70 zivilgesellschaftlichen Meldestellen im Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan (BAP). In diesem Programm hat Move on bisher 70 Anträge eingereicht für Menschen, die aufgrund ihrer früheren Tätigkeiten im Bereich Frauen- und Menschenrechte, Medien, Justiz oder Kultur seit der Machtübernahme durch die Taliban in Lebensgefahr sind. Der Verein unterstützt die Menschen, die eine Aufnahmezusage erhalten, auch im Visumverfahren und bei der Ausreise, zum Teil auch mit beträchtlicher finanzieller Hilfe. Etwa die Hälfte der Anträge sind bisher angenommen worden, in 13 Fällen wurde eine Aufnahmezusage erteilt. „Stadt und Landkreis Tübingen haben sich öffentlichkeitswirksam zum sicheren Hafen erklärt. Bei diesen Familien besteht die Möglichkeit, diese Absichtserklärung mit Leben zu füllen“, sagt Andreas Linder von Move on. In Kürze steht die Einreise der ersten drei Familien an, die Verwandte oder persönliche Bezüge in Tübingen haben. Hierbei bittet der Verein um Unterstützung bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Nähere Informationen hierzu sollen bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum BAP am 18. Juli gegeben werden. Wer einen guten Tipp hat, kann sich auch per E-Mail melden unter bap@menschen-rechte-tue.org