Tübingen · Flagge
: Mann reißt Israel-Flagge vor dem Tübinger Rathaus ab

Die Fahne vor dem Rathaus wurde am Freitagmorgen aufgehängt und kaum zehn Stunden später von einem Unbekannten wieder abgerissen.
Von
Tobias Hauser
Tübingen

Die Flagge hätte eigentlich um 19 Uhr eingeholt werden sollen, wie Palmer dem TAGBLATT mitteilte. Die Fahne als Zeichen allein sei ihm zu wenig gewesen, da sie auch oft falsch gedeutet werde. Die Projektion war bereits vor dem Akt des Vandalismus eingeplant und zwar bis 22 Uhr.

Ulrich Metz

Über die Israel-Flagge auf dem Marktplatz wurde lange diskutiert, sie hing jedoch nur wenige Stunden. Nachdem OB Boris Palmer am Freitagmorgen aufgrund der hohen Besucherzahlen bei der Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht entschieden hatte, doch eine Fahne vor dem Rathaus aufzuhängen, wurde sie innerhalb von rund 10 Stunden abgerissen.

Ein Ersatz für die Fahne ließ aber nicht lange auf sich warten. Bereits kurze Zeit nachdem die beiden Männer die Fahne abgerissen hatten, waren ein Davidstern und der Schriftzug „Nie wieder ist jetzt!“ auf die Rathausfassade projiziert. Die Projektion war laut Palmer zusätzlich zur Flagge geplant, die um 19 Uhr hätte eingeholt werden sollen. Die Projektion endete um 22 Uhr.

Palmer hatte die Fahne zuerst abgelehnt, weil er eine wahrhaftige Solidarität infolge des Terror-Angriffs der Hamas in Tübingen nicht gesehen habe. Außerdem schrieb er in seiner ursprünglichen Stellungnahme, dass auch die ukrainische Flagge vergangenes Jahr mehrfach verbrannt und beschädigt worden wäre. „Einen effektiven Schutz vor dieser Art von Zerstörungsakt haben wir nicht.“ Die Stadt habe daher „Abstand von dieser Art der Symbolik genommen“. Die Polizei beschreibt den Täter folgendermaßen: „Männlich, bekleidet mit weißem Hoodie, schwarzer Hose und weißen Schuhen.“ Die Ermittlungen zum Täter dauern an.