Tübingen · Fasnetsausgabe: Pro und Contra: Grundrechte – muss das sein?

Lord Vader hat die Nase recht voll.
Wikimedia Public DomainPro – Horst Braun:
Neulich wieder Winter-Grillen, mit den Jungs. Was will man auch anderes machen? Seit Frauen auch noch Fußball gucken, bleibt uns ja nur noch Grillen und Rasenmähen. Also Winter-Grillen. Erst natürlich Würstchen finden, Supermarkt. Schwer genug. Die Regale sind ja voll mit diesen Fake-Würstchen. Sie wissen schon, diese metrosexuellen, ohne Kühe und Schweine. Die Würstchen wollen sie uns auch noch wegnehmen. Aber nicht mit uns. Haben unser Recht in die eigene Hand genommen. B28, Tanke, Kohle, Würstchen, Garten, Mucke an, volles Rohr Brutzel-Alarm. Kam gleich Streifenbesatzung. Meinte, dreizehn Jungs auf der Terrasse sind zu viel, Coronadingens.
BRD Bullenstaat, schreit Olli, aber ich sag: Bullenstaat wär ja in Ordnung, aber die Bullen wollen sie uns ja auch noch wegnehmen, also in den Würstchen, sag ich. War den Streifendackeln egal, gab gleich ein Mega-Knöllchen für jeden, weil wir nicht mit Grillen aufgehört haben. Haben einfach weitergegrillt, wie echte Männer.
Wie Gandhi damals, der hat auch einfach weitergegrillt, auch wenn sie ihn dafür eingesperrt haben. Hat weitergegrillt und weitergegrillt, ganz friedlich, und irgendwann waren alle Inder friedlich am Grillen, volles Rohr Brutzel-Alarm, und die Briten konnten einfach nichts mehr machen, weil sich eine gute Idee einfach durchsetzt. Die Würstchen des Menschen sind unantastbar.

Horst Braun mag seine Rechte.
irgendein Fasnets-FotografContra – Lord Vader:
Grundrechte sind wie eine Grundsicherung: zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Ein Tropfen auf den heißen Stein, ein Trostpflaster für Rechtsverletzungen, ein bloßes Lippenbekenntnis der wirklich Mächtigen. Wer braucht denn schon Grundrechte? Erweiterte Rechte – die wären was. Denn auf dem Grund, da liegt der Hund. Und zwar begraben.
Es gibt viele veraltete Rechtsnormen, die bis heute gelten. Von irgendwelchen Wischi-Waschi-Staatsmännern verabschiedet, im Sinne des Volkes, der Demokratie, der Wirtschaftsunternehmen. Sie werden gerne von Steigbügelhaltern der verweichlichten Moderne aus der Versenkung gezogen. Sie tun dann so, als wäre ein Staat ohne diese angeblichen Grundrechte völlig undenkbar.
In Alabama gilt bis heute ein Gesetz, das es verbietet, an Sonntagen Domino zu spielen. Der Bundesstaat hat Frauen außerdem den Besitz von Sexspielzeugen verboten. Genauso wie die Männer nicht mit Bären ringen dürfen. Ja gut, wenn der Mann nicht mehr ständig einen Grizzly im Schwitzkasten halten muss, braucht’s vielleicht gar kein Spielzeug mehr.
Am Ende steht fest: Was bringt ein Recht auf Arbeit, ein Recht auf eine Wohnung, wenn eine 5G-Verbindung und eine Mikrowelle alles sind, was man so braucht? Daher: Grundrechte abschaffen und auf das Wesentliche beschränken. Nein heißt Nein, und der Kartoffelsalat gehört in die Brühe.