Tübingen erfüllt Rechtsanspruch: Die Nachfrage nach Ganztagsbetreuung ist gestiegen

Die Quote der Ganztagskinder ist in Tübinger Grundschulen gestiegen, auch Ferienbetreuung wird deutlich mehr nachgefragt.
Arne Dedert/dpa- Tübingen erfüllt den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen.
- Hagelloch bekommt ab Schuljahr 2027/2028 Ganztag in Wahlform mit drei Tagen à sieben Stunden.
- Übergang in Hagelloch: Schuljahr 2026/2027 keine Gebühren von Unterrichtsende bis 15.30 Uhr.
- Ganztagsquote steigt von rund 73 auf 75 Prozent, Ferienbetreuung stark nachgefragt.
- 1.256 Anmeldungen für Ferienbetreuung – besonders gefragt ist Tübingen-Mitte und die sechste Sommerwoche.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zum Schuljahr 2026/2027 ist der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter schrittweise in Kraft getreten. Die Vorgaben erfüllt die Universitätsstadt Tübingen: Das Tübinger Ganztagsschulkonzept sieht die entsprechenden Betreuungszeiten, die teilweise sogar über die Zeiten des Rechtsanspruchs hinausgehen, bereits seit 2015 vor, betont die Stadt. Voraussetzung ist, dass pro Standort mindestens fünf Kinder für die Betreuung angemeldet sind.
Ausnahme ist Hagelloch. Die Grundschule Hagelloch ist die letzte Tübinger Grundschule, die bislang kein Ganztagsschulangebot hat. Sie soll zum Schuljahr 2027/2028 in eine Ganztagsgrundschule in Wahlform mit drei Tagen zu jeweils sieben Stunden umgewandelt werden. Nachdem sich die Schulkonferenz mehrheitlich dafür ausgesprochen hatte, wird die Stadtverwaltung den entsprechenden Antrag auf Beschluss des Gemeinderats beim Staatlichen Schulamt Tübingen stellen.
Bis auch in Hagelloch eine Ganztagsgrundschule eingerichtet ist, soll es für die betroffenen Familien eine Übergangslösung geben. Bis zur Umstellung sollen Familien in Hagelloch nicht stärker belastet werden als Eltern an anderen Tübinger Grundschulen. Deshalb verzichtet die Stadt im Schuljahr 2026/2027 auf Betreuungsentgelte für die Zeit zwischen Unterrichtsende und 15.30 Uhr. Damit bleibt die Nachmittagsbetreuung in Hagelloch zunächst kostenfrei. Hintergrund: Seit diesem Schuljahr müssen Eltern in Tübingen Gebühren bezahlen für die Schulkindbetreuung. Grundsätzlich sind alle kommunalen Betreuungsangebote gebührenpflichtig, sofern sie nicht im Zeitrahmen einer Ganztagsschule stattfinden. Für Ganztagskinder gelten Gebühren nur für Mittagsbetreuung und Nachmittagsbetreuung, wenn sie am Nachmittag keinen Unterricht haben.
Ab dem Schuljahr 2027/2028 ist die Nachmittagsbetreuung auch in Hagelloch an mindestens drei Tagen kostenfrei, wenn das Kind die Ganztagsschule besucht.
Während die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler geringfügig zurückgeht, steigt die Zahl der für den schulischen Ganztag angemeldeten Kinder. In Tübingen ist die Ganztagsquote bei den Grundschulkindern von rund 73 Prozent im Schuljahr 2025/2026 auf 75 Prozent im Schuljahr 2026/2027 gestiegen. Besonders deutlich gewachsen ist die Nachfrage nach Ferienbetreuung: Aktuell liegen 1.256 Anmeldungen für das laufende Schuljahr vor, das sind rund 28 Prozent mehr als im Vorjahr.
Besonders stark ist der Anstieg im Bereich Mitte, während die Standorte Tübingen-Nord und Unterjesingen ebenfalls zulegen. Im Bereich Tübingen-Süd bleibt die Nachfrage nahezu auf Vorjahresniveau. Ausgewertet nach Ferienabschnitten zeigen vor allem die Herbst- und Faschingsferien sowie die erste Sommerferienwoche deutliche Zuwächse. Die höchste Nachfrage besteht in der sechsten Sommerferienwoche. Rückläufig ist lediglich die zweite Pfingstferienwoche. Insgesamt zeigt die Entwicklung einen erhöhten Bedarf an Ferienbetreuung, insbesondere in einzelnen stark nachgefragten Zeiträumen und im Bereich Tübingen-Mitte.

