Tübingen · Energie
: Stadtwerke Tübingen übernehmen Solarpark

Das Unternehmen betreibt bei Regensburg nun eine Anlage für Erneuerbare Energien und erhöht seine Zielsetzung.
Von
ST
Tübingen

Solarpark Barbing bei Regensburg.

Stadtwerke Tübingen

Mit dem Solarpark Barbing im Landkreis Regensburg nehmen die Stadtwerke Tübingen (SWT) in diesem Jahr die nach der neuen Anlage auf den Traufwiesen zweite größere PV-Anlage in Betrieb, wie das kommunale Energie- und Versorgungsunternehmen mitteilt. Insgesamt deckten die SWT inzwischen knapp 80 Prozent des Strombedarfs in Tübingen aus eigenen Anlagen für Erneuerbarer Energien.

Seit August erzeugen die 10.273 PV-Module im Solarpark Barbing demnach eine Strommenge von 6740 Megawattstunden (MWh) pro Jahr. Das reiche, um rund 1500 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen. Dabei komme der neue Solarpark von Anfang an ohne EEG-Förderung aus: Der produzierte Strom werde per Direktvertrag (Power Purchase Agreement) einem kommunalen Energieversorgungsunternehmen geliefert.

Die rund sechs Hektar große Anlage befinde sich nördlich der A3. Ein Blendschutzsystem verhindere eine Gefährdung des Verkehrs. Entlang der Umzäunung begrünten Wildgehölzhecken den Solarpark und förderten die Artenanreicherung. Zusätzlich planten die SWT ein artenreiches Extensivgrünland sowie Saumstrukturen auf dem Gelände. Von der geplanten Schafbeweidung könnte auch die in Barbing heimische Schafstelze profitieren: Die Vogelart folge den Weidetieren in der Hoffnung, von den Herden aufgescheuchte Insekten zu finden.

Mit der Übernahme eines weiteren Solarparks im bayerischen Alteglofsheim im November 2023 hätten die SWT ihr Jahresziel auf dem Ausbaupfad der Erneuerbaren Energien für das Jahr 2024 bereits erreicht. Die Inbetriebnahme der Solarparks Traufwiesen und Barbing zeige, dass der Ausbau bei der Fotovoltaik kontinuierlich weitergeht. Die Stadtwerke Tübingen hätten inzwischen ihre Zielsetzung aktualisiert. Schon Ende 2025 sollten 400 Gigawattstunden - dies entspricht dem aktuellen gesamten Strombedarf Tübingens - aus SWT-Anlagen und regenerativ erzeugt aus Wind-, Sonnen- und Wasserkraft kommen. Doch auch die 100-Prozent-Marke sei für die SWT nur ein Zwischenstopp. Neue Zielgröße bis Ende 2028 seien darum 500 Gigawattstunden Ökostrom-Eigenproduktion - was gemessen am aktuellen Tübinger Gesamtstrombedarf 125 Prozent entspreche.