Tübingen: Auto stand vier Jahre in Parkhaus – und hat seit sieben Jahren keinen Tüv

Das Parkhaus Ebenhalde auf der Morgenstelle.
Ulrich Metz/Archiv- Frau ließ Auto vier Jahre in Tübinger Parkhaus stehen, seit sieben Jahren ohne Tüv.
- Zeugen riefen Polizei, die mehrere Verkehrsverstöße feststellte.
- Auto steht auf gemietetem Stellplatz, daher keine behördliche Aufforderung zur Entfernung.
- Polizei prüft Verkehrstauglichkeit und Umweltrisiken, Halterin droht Verfahren.
- Parkhausbetreiber vermietet 25.000 Stellplätze, Dauerparkplatz kostet 41 Euro/Monat.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit einem ungewöhnlichen Fall und gleich mehreren Verkehrsverstößen waren Beamte des Polizeireviers Tübingen am Donnerstagmorgen beschäftigt. Zeugen hatten einen seit langer Zeit geparkten Pkw im öffentlichen Parkhaus Ebenhalde auf der Morgenstelle gemeldet. Wie die Polizei herausfand, stand der VW Touran dort seit nahezu vier Jahren.
Langes Parken ist nicht verboten
Prinzipiell ist es nicht verboten, sein Auto nur herumstehen zu lassen, beispielsweise auf dem eigenen Grundstück. Dann sollte man es aber am besten auch abmelden, schon um Steuer und Versicherung zu sparen.
Parkt man es hingegen im öffentlichen Raum, muss man sich an die allgemeinen Regeln halten, die dort gelten. In diesem Fall fehlte dem Auto ein entscheidender Aufkleber auf dem Kennzeichen: der für die vorgeschriebene Hauptuntersuchung. Der Tüv des Autos war seit mehr als sieben Jahren abgelaufen. Wäre es auf einer öffentlichen Fläche geparkt gewesen, hätte es wahrscheinlich längst einen Aufkleber der Behörden auf der Scheibe gehabt mit der Aufforderung, es in einer gesetzten Frist aus dem Straßenraum zu entfernen. Da es aber auf einem gemieteten Stellplatz stand, wurde es von den Ordnungskräften nicht bemerkt.
Der Halterin droht Ärger mit den Behörden
Die Polizei prüft nun, ob es nach der langen Standzeit überhaupt noch verkehrstüchtig genug ist, um am Straßenverkehr teilzunehmen. Wenn nicht, wird es stillgelegt. Außerdem wird untersucht, ob die Gefahr besteht, dass Öl oder Benzin in die Umwelt gelangt. Die Halterin muss mit mindestens einem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren rechnen.
Betreiberin des Parkhauses auf der Morgenstelle ist die landeseigene "Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg mbH". Sie vermietet und verwaltet in 50 Städten 230 Klein-, Mittel- und Großgaragen sowie Parkplätze im Freien mit insgesamt rund 25.000 Stellplätzen. Damit erwirtschaftet sie nach eigenen Angaben im Jahr Erlöse von etwa 16 Millionen Euro. Warum dort niemand auffiel, dass der Wagen seit Jahren unbewegt im Parkhaus stand, war am Freitag nicht zu erfahren. Ein Dauerparkplatz kostet in dem Parkhaus am Ende der Schnarrenbergstraße 41 Euro im Monat, Landesbedienstete können zu einem vergünstigten Satz einen Stellplatz mieten.

