Tübingen: Angebliche Fehlbuchung: Warnung vor falscher Paypal-Ansage

Die Polizei warnt vor einer Betrugsmasche falscher Paypal-Mitarbeiter.
Polizei- Tübingerin erhält Anruf über angebliche Fehlbuchung von 499 Euro bei Paypal.
- Polizei warnt vor Betrugsmasche: Anrufer geben sich als Paypal-Mitarbeiter aus.
- Frau erkennt Betrug, informiert Staatsanwaltschaft und TAGBLATT.
- Bei Betrugsversuch nicht zurückrufen, hohe Kosten möglich.
- Polizei rät, jeden Betrugsversuch zu melden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehrmals klingelte am Mittwoch in einer Tübinger Wohngemeinschaft das Telefon - am anderen Ende der Leitung legte nach dem Abheben eine Bandansage los. In fehlerfreiem, akzentfreien Deutsch erklärte die Stimme einer Tübingerin, der Bezahldienstleister Paypal habe ungewöhnliche Kontobewegungen auf ihrem Account festgestellt. Es gehe um 499 Euro. Um die Abbuchung zu stoppen, solle sie die Eins drücken.
„Beim ersten Mal hat mich das schon in Hektik gebracht“, so die Tübingerin, die ihren Namen nicht veröffentlicht sehen möchte. Dass etwas an dem Anruf nicht stimmen kann, war ihr trotzdem gleich klar - bei Paypal hat sie nämlich gar keine Festnetz-Nummer angegeben. Ein solcher Anruf erreichte sie das erste Mal vergangene Woche, dann am Mittwoch mehrere nacheinander. Sie rief auch einmal die im Telefon als eingehender Anruf registrierte Nummer zurück: Daraufhin teile ihr eine Ansage in französischer Sprache mit, dass sie nicht vergeben sei. Die Frau schrieb daraufhin eine Mail an die Tübinger Staatsanwaltschaft, in der sie von dem Vorfall berichtete. Und wandte sich ans TAGBLATT, damit andere vor dieser Masche gewarnt werden.
Den Trick gibt es seit Jahren
Bei der Polizei ist die Methode bereits seit langem bekannt: „Es gibt sie fast solange, wie es Paypal gibt“, sagt Polizeisprecherin Ramona Döttling. Deshalb gibt es bei der Polizei im Internet unter www.polizei-beratung.de eine eigene Broschüre dazu. In der Region kam der Trick zuletzt eher selten vor. Im Juli waren es im gesamten Gebiet des Reutlinger Polizeipräsidiums nicht einmal ein Dutzend Fälle.
Wenn aber doch jemand darauf hereinfällt, kann das teuer werden. Drückt man tatsächlich die Eins, landet man bei einem angeblichen Service-Mitarbeiter von Paypal. Dann verlaufen die Gespräche unterschiedlich: So werde in manchen Fällen für den Stopp der Transaktion die Bestätigung für eine echte Zahlung verlangt, in anderen Fällen wird der Kauf und die Weitergabe der dazugehörigen Codes von Guthabenkarten oder die Installation von Fernwartungs-Software oder Apps aus dem jeweiligen Appstore angeleitet. Das Ziel aber ist immer, Zahlungsdaten abzufischen oder direkt Geld zu ergaunern.
Die Tübingerin jedenfalls hat aus Döttlings Sicht alles richtig gemacht: Einfach aufgelegt und die Strafverfolger informiert. Nur den Rückruf der Nummer sollte man lieber lassen, denn wenn sie aus dem außereuropäischen Ausland ist, können Telefonkosten anfallen. Döttling rät dazu, auch erfolglose Betrugsversuche anzuzeigen: Nur dann weiß die Polizei, ob es häufiger vorkommt und kann aktuell warnen.
