Triathlon · Tübingen: Eine Stadt als Stadion

Die Starter über die Olympische Distanz im Neckar.
UlmerK eine Autos, dafür aber über 1000 rennende, radelnde und schwimmende Athletinnen und Athleten und laut Veranstalter etwa 20 000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren am Sonntag bei bestem Wetter in der Innenstadt unterwegs. Die Stadt war großräumig abgesperrt: Zum fünften Mal fand der „Mey Generalbau Triathlon“ in Tübingen statt.
Ein ehemaliger Weltmeister muss es wissen: „Ganz besonders“ findet Daniel Unger den Triathlon in Tübingen. 2007 holte Unger den Triathlon-Weltmeistertitel in Kurzdistanz. Beim Großevent in Tübingen war er als Co-Moderator vor Ort. „Was den Triathlon hier ausmacht, ist die zentrale Lage. Zum einen hat das Stadion-Charakter für die Athleten, zum anderen gibt es kurze Wege für die Zuschauer. Da kommt Event-Charakter auf“, so Unger, der gemeinsam mit dem Sportjournalisten Hartwig Thöne an der Ziellinie stand, die ankommenden Triathletinnen und Triathleten mit Handschlag begrüßte und die insgesamt etwa 20000 Zuschauerinnen und Zuschauer, die Reinhold Häußlein (Vizepräsident Leistungssport DTU) und Matthias Zöll (Geschäftsführer DTU) nannten, über die Zieleinläufe informierte. Immer wieder betonte Thöne, dass das Umziehen in der Wechselzone „die vierte Disziplin beim Triathlon“ sei: „Jeder Handgriff muss sitzen, wenn die Schwimmer aus dem Wasser kommen und auf das Fahrrad umsteigen“, so der Moderator.
Die Staffel-Teilnehmerin Clara Meier-Ewert feierte mit ihrer Teilnahme ihren 23. Geburtstag. „Ich kam mega spontan dazu. Ich studiere Sport in Tübingen und fand, mein Geburtstag wäre ein guter Anlass, hier mitzumachen. Die Stimmung ist fantastisch“, so Meier-Ewert, die fünf Kilometer gelaufen ist.
Rund um das Ziel, das direkt neben dem Gebäude des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTS mitten auf der Neckarbrücke aufgebaut war, standen jubelnde Zuschauerinnen und Zuschauer, die Stimmung auf dem Sportevent entweder einfach nur genossen oder auch auf befreundete Triathleten und Triathletinnen warteten. Die Reutlingerin Edith Hoyer war aus reinem Sportinteresse nach Tübingen gekommen: „Mich interessiert es eben, ich bin auch sonst sportbegeistert und am Triathlon gefällt mir alles“, sagte Hoyer.
Zum ersten Mal war in diesem Jahr auch der Bereich beim Zinserdreieck hinter dem Ziel ein Teil des Events: Auf einer Triathlon-Messe konnten Interessierte dort Sportausrüstung erwerben, gesunde Snacks wie Salat- oder Smoothiebowls zu sich nehmen und sich über die Arbeit der Deutschen Triathlon Union (DTU), die das Event ausgerichtet hatte, und über die Forschung des „Comprehensive Cancer Center“, dem Sozialpartner des Sportevents, informieren. Für Kinder gab es eine Hüpfburg und riesige Bauklötze im eigenen Kinderbereich. Die Stimmung wurde durch „DJ Sunshine“ angeheizt.
„Vorher war immer Schluss hinter der Ziellinie“, sagte Reinhold Häußlein, der DTU-Vizepräsident Leistungssport. Jetzt gibt es hier kostenlose Verpflegung für die Sportler. Im nächsten Jahr soll dort auch noch eine Großbildleinwand installiert werden. Auch Häußlein schätzt Tübingen als besonders attraktiven Ort: „Die Wechselzone ist mitten in der Stadt - das bieten ganz wenige Städte, dass man noch vor dem Marktplatz schwimmen, Radfahren und laufen kann“.
Insgesamt waren für den Sonntag rund 1500 Teilnehmer angemeldet. Dabei gehen sie in verschiedenen Wettbewerben auf die Strecke: Für Hobbysportler geht’s über die Schnupperdistanz (200 Meter Schwimmen, 10 Kilometer Radfahren und 2,5 Kilometer Laufen), die Sprint-Distanz (750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und 5 Kilometern Laufen) und die Olympische Distanz (1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen).
Das sind die Sieger:
Über die Olympische Distanz siegte Nicolas Mann (Mey Post-SV Tübingen) mit einer Zeit von 2:01:50 Stunden. Schnellste Frau war Ilsa Beig (Mey Post-SV Tübingen) in 2:23:13 Stunden.
Über die Sprint-Distanz siegte Nils Friedrichs (SV Ludwigsburg 08) in 1:02:55 Stunden. Bei den Frauen kam Anja Kricheldorf (VfL Sindelfingen) als erste durchs Ziel (1:13:36 Stunden).
Über die Schnupper-Distanz setzte sich Fynn Meyer Zu Schwabedissen (Post-SV Tübingen) in 37 Minuten durch, Silke Schnell (CCC) war schnellste Frau (43:15 Minuten).
Alle Ergebnisse im Detail gibt es hier.