In Tübingen kostet laut eines Immobilienportals ein Quadratmeter im Schnitt 3858 Euro – Platz zwei im Vergleich deutscher Städte mit bis zu 100000 Einwohnern.
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itz
Tübingen
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Das Nürnberger Immobilienportal „immowelt.de“ hat die Immobilienpreise 107 deutscher Mittelstädte von 50000 bis 100000 Einwohner verglichen. Demnach ist Tübingen die zweitteuerste Stadt mit einem Kaufpreis von 3858 Euro pro Quadratmeter für Haus oder Wohnung. Konstanz (4118 Euro) führt den Vergleich an, auf Platz drei steht Rosenheim (3820 Euro). Es folgen Landshut (3650 Euro) und Bad Homburg (3592 Euro). Diese Mittelwerte sind Angebots-, keine Abschlusspreise und basieren auf insgesamt 154200 inserierten Angeboten. Laut Unternehmenssprecher Jan-Carl Mehles seien die Daten „das erste Mal in diesem Umfang“ analysiert worden. Das Portal zog Vergleichswerte von 2011 heran, jeweils aus den ersten drei Quartalen beider Jahre.
Tübingens Baubürgermeister Cord Soehlke zeigte sich von der Auswertung nicht überrascht: „Es ist kein Zufall, dass die beiden kleineren süddeutschen Universitätsstädte da vorne stehen.“ Binnen der vergangenen fünf Jahre ist der Quadratmeterpreis in Tübingen um 38 Prozent angestiegen. „Das ist nichts, was die Stadtverwaltung freut“, sagte Soehlke. Der begründet dies mit dem Wachstum der Universität und der Betriebe, außerdem sei Tübingen als Investitionsort sehr in den Fokus geraten. Doch weil die Stadt auch „eingeschränkt in der Entwicklung“ ist, sei die Nachfrage höher als das Angebot.
Allerdings stellt das Ergebnis der Analyse nicht nur für Tübingen einen großen Preisanstieg dar. Fast überall boomt der Immobilienkauf: In der Umgebung haben im Zeitraum von 2011 bis 2016 auch in Esslingen (41 Prozent) oder Sindelfingen (40 Prozent) die Preise enorm angezogen. In Rosenheim wurde das Eigentum sogar um 95 Prozent teurer – der Höchstwert. Soehlke sieht einen Grund auch darin, „dass das Geld derzeit so billig ist.“ Folglich ist auch nicht zu erwarten, dass der Bedarf in Tübingen in den kommenden Jahren wieder kleiner werden wird – also auch nicht die Preise. /
In vier von 107 Städten wurde es billiger
Der Trend ist eindeutig: Immobilien in ganz Deutschland werden immer teurer. Nur in vier der 107 untersuchten Städte mit 50000 bis 100000 Einwohnern ging der Quadratmeter-Preis im Vergleich zum Jahr 2011 nach unten: in Gera (um 15 Prozent), Plauen (zehn Prozent), Zwickau (acht Prozente) und Goslar (zwei Prozent).