Stolpersteine in Tübingen: Charlotte Pagel wurde in Auschwitz ermordet

Der Stolperstein für Charlotte Pagel.
PrivatbildAm 18. September 1894 wird Charlotte Pagel in Berlin geboren, wo ihr Vater Julius Leopold ein bekannter Medizinhistoriker war. Nachdem ihr jüngerer Bruder Walter ab 1926 als Assistenzarzt am Anatomischen Institut in Tübingen sezierte, zog Charlotte 1927 mit ihrem chronisch kranken Bruder Albert in die Kelternstr. 8. Sie wird von Nachbarn und von Bruder Walter als liebevoller und guter Mensch erlebt. Charlotte pflegte Albert hingebungsvoll und verzichtete dafür trotz großer Begabung auf eine eigene Karriere als Sängerin und auf eine eigene Familie. Am 20. August 1942 wurden sie und Albert abgeholt und nach Theresienstadt deportiert, am 23.1.1943 weiter nach Auschwitz, wo sie ermordet wurden.
Die Tübinger Stolpersteininitiative
trägt seit 2018 dazu bei, dass die Erinnerung an die Verfolgten und Ermordeten des NS-Regimes erhalten bleibt. Bei besonderen Geburtstagen würdigt sie im TAGBLATT das Leben der ehemaligen Tübinger und Tübingerinnen. Heute um 9 Uhr verlegt die Initiative14 weitere Stolpersteine in der Stadt. Das Verlegen findet öffentlich statt, Beginn ist um 9 Uhr in der Gartenstraße 42.