Sportlerehrung Tübingen
: Behindertenverband fordert von Palmer eine Rampe für Cary Hailfinger

Nachdem Oberbürgermeister Boris Palmer es abgelehnt hatte, für die Medaillengewinnerin im Para-Tischtennis eine Rampe aufzustellen, bekommt er Gegenwind.
Von
Sabine Lohr
Tübingen
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Der Tübinger OB Boris Palmer und die Rollstuhl-Sportlerin Cary Hailfinger haben auf Facebook eine Debatte um Barrierefreiheit ausgelöst. Es geht um eine fehlende Rampe bei der Tübinger Sportlerehrung. Das Netz reagiert mit vielen Kommentaren auf den Zoff.

Der Tübinger OB Boris Palmer und die Rollstuhl-Sportlerin Cary Hailfinger haben auf Facebook eine Debatte um Barrierefreiheit ausgelöst. Es geht um eine fehlende Rampe bei der Tübinger Sportlerehrung. Der Allgemeine Behindertenverband kontert mit Forderungen.

dpa/Axel Grundler
  • OB Boris Palmer lehnt bei der Sportlerehrung am 30. Juni eine Rampe für Cary Hailfinger ab.
  • Begründung laut Facebook: 1200 Euro seien zu teuer, zudem fehle in der Mensa Uhlandstraße der Platz.
  • Darauf folgt ein Shitstorm – der Allgemeine Behindertenverband kritisiert die Entscheidung scharf.
  • ABID fordert bis Ende Juni eine Rampe und strengere Gesetze mit spürbaren Strafen.
  • Verband betont Barrierefreiheit als Grundrecht und verlangt Mitsprache bei Event-Planungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer will bei der Sportlerehrung am 30. Juni in der Mensa Uhlandstraße keine Rollstuhlrampe für Cary Hailfinger, die Medaillengewinnerin bei der Deutschen Meisterschaft 2025 im Para-Tischtennis, aufstellen. Das sei mit 1200 Euro zu teuer für eine einzelne Person, außerdem gebe es in der Halle zu wenig Platz für eine Rampe, verkündete er jüngst auf Facebook und erntete einen Shitstorm.

Nun meldet sich der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland (ABID) mit einem Statement. „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Doch in Tübingen wird sie weggespart“, schreibt Marcus Graubner, Vorsitzender des Verbands, in einer Pressemitteilung. Für den ABID sei das „ein handfester Skandal und ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen mit Behinderung“.

„Niemand ist weniger wert“

Die Sportlerin stellte öffentlich die Frage: „Bin ich weniger wert?“ Der ABID schreibt dazu: „Niemand ist weniger wert. Aber das Verhalten der Stadt Tübingen zeigt genau diesen respektlosen Umgang. Geld und Platz dürfen niemals als Ausrede dienen, um Menschen vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen.“

Der ABID kämpfe für politische Partizipation und ein selbstbestimmtes Leben. Er fordert von der Stadt Tübingen und der Politik im Land, dass Tübingen bis Ende Juni eine Rampe für Cary Hailfinger aufbaut. Barrierefreiheit sei kein freiwilliges Geschenk, sondern ein Grundrecht für alle Menschen.

Verband will strengere Gesetze

Zudem fordert der Verband strengere Gesetze: „Wer Barrierefreiheit im öffentlichen Raum verhindert, muss spürbare Strafen zahlen.“ Und: „Menschen mit Behinderung müssen bei der Planung von Events von Anfang an als Partner am Tisch sitzen.“

„Es ist beschämend, wenn eine Sportlerin wegen ein paar Euro nicht auf die Bühne darf“, so Graubner. Und weiter: „Wir fordern Oberbürgermeister Palmer auf, diese Entscheidung sofort zurückzunehmen. Menschen mit Behinderung wollen nicht von unten zuschauen müssen. Wir gehören selbstbestimmt mitten auf die Bühne des Lebens.“