Sommer-Uni in Tübingen
: Von Zwergdinosauriern bis zur Relativitätstheorie

Bei der Sommeruniversität präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre aktuelle Forschung. Das Programm beginnt am kommenden Dienstag (29. Juli) mit einem Vortrag über die Rolle des Kolonialismus bei Brettspielen.
Von
swp
Tübingen
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Universität Tübingen Neue Aula

Die Neue Aula der Universität Tübingen.

Hans-Jörg Schweizer
  • Sommer-Uni Tübingen bietet ab 29. Juli Vorträge zu Forschungsthemen, Eintritt frei, keine Anmeldung.
  • Themen: Kolonialismus in Brettspielen, Alzheimer-Prävention, Klimawandel, muslimische Geflüchtete u. a.
  • Veranstaltungsort: Theologicum, Vorlesungen starten um 10.15 Uhr, dauern 45 Minuten, inkl. Fragerunde.
  • Besondere Highlights: Zwergdinosaurier Europas und Symmetrien in der Relativitätstheorie.
  • Barrierefreiheit: FM-Anlage für Hörgeräte mit aktivierter „T-Spule“ verfügbar.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Sommeruniversität gibt in neun Vorlesungen im Juli und August wieder Einblicke in die aktuelle Forschung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Reihe wird gemeinsam von der Universität und der Universitätsstadt Tübingen seit 2004 organisiert. Die Vorlesungen beginnen immer um 10.15 Uhr und dauern 45 Minuten. Veranstaltungsort ist das Theologicum (Liebermeisterstraße 1). Im Anschluss an die Vorträge kann das Publikum Fragen stellen und mit den Expertinnen und Experten über deren Forschungsthemen diskutieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig. Ein Überblick über das Programm:

Dienstag, 29. Juli: Brettspiele und Kolonialismus (Timo Sedelmeier). Kolonialismus ist ein beliebtes Thema für (Brett-)Spiele, das gerne als Handlungsrahmen verwendet wird. Gleichzeitig mehrt sich die Kritik an den beständigen Neuerscheinungen von Spielen mit einer Kolonialisierungsstory und dem Umgang mit dem Thema in den Spielen. Der Vortrag geht der Frage nach, wie das Thema Kolonialismus umgesetzt wird, ethnische Stereotype reproduziert werden und dies in den einschlägigen Brettspiel-Foren diskutiert wird.

Mittwoch, 30. Juli: Theresienstadts „schwarze“ und „tiefere“ Geschichte (Prof. Wolfgang Sannwald). Theresienstadt ist als ehemaliges Ghetto für Menschen jüdischer Herkunft bekannt. Dorthin wurden zunächst auch die meisten „Tübinger Juden“ 1942 bis 1944 deportiert. Sannwald ist bei fünf Forschungsaufenthalten den dortigen erinnerungskulturellen Bedürfnissen, Zuschreibungen und Aneignungen nachgegangen. Er hinterfragt Symptome einer Konkurrenz zwischen Shoah-Gedenken und Habsburger-Hype vor Ort.

Donnerstag, 31. Juli: Können Alzheimer und Parkinson verhindert werden? (Prof. Thomas Gasser). , Die Symptome von Alterserkrankungen des Gehirns, wie Alzheimer und Parkinson können zwar gelindert, aber ihr Fortschreiten bisher noch nicht verlangsamt oder gar gestoppt werden, eine Heilung scheint nicht in Sicht. Die Forschung hat in den vergangenen 20 Jahren viel über die Ursachen dieser Erkrankungen, die Krankheitsprozesse und Mechanismen der Zellschädigung gelernt. Es könnte gelingen, in diese Mechanismen gezielt einzugreifen, wenn die Symptome noch nicht spürbar sind. Dies würde bedeuten, dass häufige Alterserkrankungen des Gehirns, zumindest zum Teil, verhindert werden könnten.

Freitag, 1. August: Hoffnung ohne Zukunft? Perspektiven aus der anglistischen Literatur- und Kulturwissenschaft (Gero Bauer). Wir leben, so scheint es oft, in düsteren Zeiten. In der Literatur und Populärkultur spiegelt sich dieses Krisenbewusstsein in vermehrten Endzeitszenarien und einer Abwendung von optimistischen Narrativen. Anhand englischsprachiger Romane, Filme und Serien und in Bezug auf verschiedene Strömungen der Kulturtheorie wird gezeigt, wie gerade scheinbar pessimistische Erzählungen neue und ungewöhnliche Konzepte von Hoffnung und einem solidarischeren Miteinander aufzeigen können.

Montag, 4. August: Auf der Suche nach dem Stein der Weisen. Arabische Alchemie (Prof. Regula Forster). Die arabische Alchemie ist eine Fortsetzung der griechisch-hellenistischen Alchemie. Sie integriert aber auch chinesische und indische Elemente. Im lateinischen Westen wird die Alchemie erst durch die Übersetzungen aus dem Arabischen bekannt. Die Vorlesung führt ein in eine faszinierende Wissenschaft und ihre Literatur und geht auch der Frage nach, wie traditionelle religiöse Gelehrsamkeit in der arabisch-islamischen Welt mit einer „Geheimwissenschaft“ wie der Alchemie zu vereinbaren war.

Dienstag, 5. August: Klimavariabilität und Erdsystemdynamik – wie und was wir für die Zukunft aus der Vergangenheit lernen können (Prof. Kira Rehfeld). Menschliche Eingriffe über die vergangenen Jahrhunderte haben die Entwicklung des Klimas in einer nie zuvor gekannten Geschwindigkeit verändert. Mit Beobachtungsdaten und Rekonstruktionen aus Paläodaten, beispielsweise vor 127 000 Jahren, kann getestet werden, was eine Erwärmung von 1,5 Grad für das Erdsystem bedeutet. Zeitlich bewegen wir uns dabei von der Vergangenheit (seit dem weitgehenden Aussterben der Dinosaurier) bis in die Gegenwart und von den heute zu treffenden Entscheidungen bis in die nächsten 300 Jahre.

Mittwoch, 6. August: Lebenswelten muslimischer Geflüchteter in Deutschland (Abdelghafar Salim). Seit 2015 haben viele Menschen aus islamisch geprägten Ländern in Deutschland Zuflucht gefunden. Ihre Ankunft hat wichtige Diskussionen über Integration und das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft angestoßen. Dabei wird die Religionszugehörigkeit muslimischer Geflüchteter häufig mit Integrationsherausforderungen verbunden. Zugleich besteht ein erheblicher Bedarf an vertieftem Wissen über ihre alltäglichen Lebenswelten: Wie gestalten muslimische Geflüchtete ihr religiöses Leben im deutschen Kontext? Der Vortrag greift diese Fragen auf und zieht Rückschlüsse für gesamtgesellschaftliche Herausforderungen und die Integrationsdebatte.

Donnerstag, 7. August: Die Insel der Zwergdinosaurier (Felix Augustin). Wenn wir an Dinosaurier denken, fallen uns zuerst spektakuläre Riesenformen aus weit entfernten Gebieten der Erde ein. Doch kurz vor dem Aussterbeereignis am Ende der Kreidezeit lebten einige der ungewöhnlichsten Dinosaurier aller Zeiten mitten in Europa – auf kleinen Inseln inmitten eines subtropischen Meeres. In diesem Vortrag werden die einzigartigen Dinosaurier aus Transsilvanien vorgestellt.

Freitag, 8. August: Symmetrien in Mathematik und Allgemeiner Relativitätstheorie (Prof. Carla Cederbaum). Bereits in der Schule beschäftigen wir uns mit Symmetrien wie etwa der Spiegelsymmetrie ebener Figuren oder der Rotationssymmetrie dreidimensionaler Körper. Auch in der mathematischen Forschung spielen Symmetrien eine große Rolle. Wir werden über die mathematische Definition von Symmetrien sprechen und ergründen, welche Rolle Symmetrien in der (Differential-)Geometrie und Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie spielen.

Signalübertragung für Hörgeräte

Das Programm ist im Internet unter www.uni-tuebingen.de/de/39634 zu finden, als Programmheft erhältlich in öffentlichen Stellen und beim Fachbereich Kunst und Kultur der Universitätsstadt Tübingen. Für Personen mit Hörgerät wird eine mobile drahtlose Signalübertragungsanlage (FM-Anlage) angeboten. Das Hörgerät muss jedoch mit einer sogenannten aktivierten „T-Spule“ ausgestattet sein.