Science & Innovation Days in Tübingen: Mit der Wissenschaft diskutieren und eigene Perspektiven einbringen

Eintauchen in vergangene Welten - mit einer Virtual Reality-Brille.
Patrick Gertorfer / Universität Tübingen- Science & Innovation Days richten sich an die Öffentlichkeit – Leitidee: „Vom Wert der Wissenschaft“.
- Veranstaltungen am 6. und 7. November in Tübingen, zentrale Location ist das „Neckawa“.
- Science Fair, Workshops und Diskussionen zeigen Forschung im Alltag, direkter Austausch ist erwünscht.
- Familienprogramm auf dem Schloss mit VR, DNA-Suche, Schatzsuche und Hörerlebnis im Rittersaal.
- Eröffnung am 5. November in der Alten Aula mit einem Alumni-Dialog, alle Events sind kostenfrei.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Während wissenschaftlicher Fortschritt die fundamentale Basis für unser modernes Leben ist, bleibt die reine Theorie oft isoliert, wenn keine Brücken zur Öffentlichkeit geschlagen werden. Erkenntnisse in Laboratorien oder Fachjournalen verändern die Welt erst dann, wenn sie übersetzt, kommuniziert und angewendet werden. Das ist der Gedanke hinter den Science & Innovation Days, die von der Universität in Kooperation mit lokalen Partnerinstitutionen wie dem Max-Planck-Campus, dem Leibniz-Institut für Wissensmedien und der Technologieförderung im Jahr 2022 erstmals veranstaltet wurden.
An ganz vielen Orten in Tübingen
Das Format möchte sich in Form eines Wissenschaftsfestivals an die Öffentlichkeit wenden, veranschaulichen, wie aktuelle Forschungsergebnisse den Alltag der Menschen beeinflussen und welche Antworten die Wissenschaft auf die großen Herausforderungen unserer Zeit (wie Klimawandel, gesellschaftlichen Zusammenhalt oder Gesundheit) liefern kann. Durch interaktive Experimente, Laborführungen und Workshops für alle Altersgruppen soll die Neugier auf wissenschaftliche Entdeckungen geweckt werden, ganz ohne klassische Einbahnstraßen-Kommunikation, bei der Forschende nur Vorträge halten. Stattdessen wird der direkte Austausch gesucht. Bürgerinnen und Bürger können Fragen stellen, mitdiskutieren und ihre eigenen Perspektiven einbringen.
Im Jahr 2023 standen die Tage unter dem Thema „Resilienz“, 2024 ging es um Streitkultur („Besser streiten“). 2025 wurde pausiert, um in diesem Jahr das Festival als einen der Höhepunkte in das universitäre Festjahr „550 Jahre Universität Tübingen“ zu integrieren. Die Leitidee lautet diesmal: „Vom Wert der Wissenschaft“. Was das genau bedeutet, verhandeln Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit Forschenden am 6. und 7. November 2026 an diversen Orten in Tübingen: Welcher Wert entsteht durch Wissenschaft? Wie bemisst er sich und wie können wir gemeinsam daran arbeiten?
Die Antworten kann sich die Wissenschaft nicht selbst geben – sie müssen aus dem Dialog mit Gesellschaft und Politik heraus entstehen. An zwei Tagen begegnen sich deshalb Forschende mit der Stadtgesellschaft auf der Science Fair, im Wissenschaftssalon, während vieler Workshops und Diskussionen auf dem großen Tübinger Wissenschaftsfestival für alle. Der zentrale Veranstaltungsort ist das „Neckawa“ direkt am Neckarufer, außerdem machen Botanischer Garten, Kino Museum, Universitätsbibliothek, KI-Makerspace und ein Dutzend weitere Orte in Tübingen mit.
Programmhighlights
- Auf einer Science Fair im Neckawa können Besucher spielerisch erkunden, woran Forschungsgruppen arbeiten: Eine Virtual Reality-Brille deutet aus der Bewegung der Augen die Persönlichkeit – solange man sie lässt; Mini-Herzen pulsieren auf einem Chip und dienen als Ersatz für Tierversuche; ein interaktives Brettspiel simuliert den Bau einer gesunden Stadt; über Religion lässt sich auf der Science Fair sachlich diskutieren. Dazu gibt es kurzweilige Lunchtalks zu den wissenschaftlichen Hintergründen. Ab Freitag, 6. November, 12 Uhr, sowie am Samstag, 7. November, von 10 bis 13 Uhr.
- Das Familienprogramm auf dem Schloss bietet Forschung zum Anfassen für Kinder: Mit einer VR-Brille tauchen sie in die Zeit des Apostel Paulus ein und erkunden Münzen und Prägewerkstätten, oder sie suchen DNA-Spuren von Bären, Neandertalern und Menschen auf einer Schnitzeljagd, graben nach Schätzen im Sand, zählen, wie viele Insektenarten eine Wiese bevölkern oder malen Mandalas aus. Der Rittersaal wird zur versunkenen Welt: Ein Hörerlebnis zum Abtauchen begleitet mit Musik und Geschichten der Offenen Erzählbühne Tübingen den Weg durch den Nachbau eines ägyptischen Tempels und die immersive Ausstellung zum Thema Meer, Biodiversität, Nachhaltigkeit, Flut – und Kuscheltiere.
Weitere Programm-Highlights
Workshop: Wirkt das wirklich? – Naturheilkunde zwischen Hausmittel und Spitzenforschung; Exit-Game: So entkommen wir Antibiotika-Resistenzen; Erzählcafé: Wie steht es um die mentale Gesundheit von informell pflegenden Angehörigen?; Myth-Busting: über die Ursprünge der Menschheit mit dem Wissenschaftsinfluencer Cedric Engles alias Doktor Whatson; Gesprächsrunde: Leben und Lernen mit Chatbots; World-Café von „KI und Wir“: Wo wird KI bereits in der Forschung eingesetzt, welche Bedingungen, Grenzen und Risiken müssen wir mitdenken?; Richtig BEEF, das Debattenformat des Weltethos-Instituts: Bürger, Kommunalpolitikerinnen und Forschende streiten über richtiges Sparen im kommunalen Haushalt – ohne sich dabei ins Wort zu fallen; Museums-Labor: Wie lernen Menschen im Museum? Ein Live-Versuch mit dem Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM)
- Während der Zeit der Science & Innovation Days gastiert die Ausstellung „Health XP – Medizin der Zukunft“ auf dem Europaplatz. In einem 175 Quadratmeter großen Zelt entdecken Besucher auf der Ausstellung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) aktuelle Themen wie Genetik, Prävention, Krebsforschung und Künstliche Intelligenz in der Medizin interaktiv.
- Mit dem Student Science Slam ab 19.30 Uhr am Samstagabend erreichen die Science & Innovation Days ihren krönenden Abschluss: Sechs Studierende erzählen jeweils zehn Minuten lang von Forschungsprojekten, Hausarbeiten oder anderen Herzensthemen. Der Applaus-Pegel des Publikums entscheidet über das Lieblingsprojekt des Abends.
Eröffnung bereits am Donnerstag, 5. November
Eröffnet werden die Science & Innnovation Days bereits am 5. November um 17 Uhr in der Alten Aula mit einem Dialog zwischen Alumni, die heute in ganz unterschiedlichen Berufsfeldern arbeiten: Andreas Sentker (ZEIT), Ghazaleh Tabatabai (Geschäftsführende Ärztliche Direktorin am Zentrum für Neurologie des UKT) und Moritz Bross (bei der BASF Lab Team Leader Industrial Biotechnology) sprechen darüber, wie wissenschaftliches Denken und Wissen ihren Lebensweg geprägt haben. Moderation: Marcel Wagner, Leiter des SWR-Studios in Tübingen.
Ausführliche Infos unter www.sidays.com. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Wer sicher einen Platz möchte, sollte sich zu Veranstaltungen mit Anmeldung frühzeitig registrieren.
